Hypo Real Estate: Dax-Aufstieg ist die finale Krönung

- München - Das einst ungeliebte Kind hat sich gemacht: Nur zwei Jahre nach der Abspaltung von der HypoVereinsbank rückt der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate in den Deutschen Aktienindex Dax auf. Den Platz frei machen muss ausgerechnet die HVB, die in den M-Dax absteigt (wir berichteten). Damit hat die anfangs von vielen skeptisch beurteilte Hypo Real Estate einen rasanten Aufstieg geschafft. "Die Dax-Zugehörigkeit ist die finale Krönung einer Restrukturierungsstory par excellence", sagt Metehen Sen, Banken-Spezialist bei Sal. Openheim.

Mit der Abtrennung der Hypo Real Estate hatte sich die HypoVereinsbank 2003 von einem Fünftel ihres Geschäfts getrennt. Auf diesem Weg wollte die krisengebeutelte Bank die Kreditrisiken senken und so die Kernkapitalquote verbessern. Einige Experten gaben dem neuen Immobilienfinanzier keine großen Chancen. "Die Bank weist angesichts des hohen Gewerbekreditbestandes ein überdurchschnittliches Geschäftsrisiko auf", urteilten zum Beispiel die Analysten der WestLB. Angesichts des schrumpfenden Kreditbestandes handele es sich zudem um keine Wachstumsstory.

Auch die Münchener Rück beurteilte die Zukunftsaussichten des neuen Unternehmens offenbar nicht sehr rosig. Der weltgrößte Rückversicherer trennte sich noch vor dem Börsenstart von seinen 26 Prozent, die ihm als HVB-Großaktionär automatisch zufielen. Wer dagegen die Hypo-Real-Estate-Aktien bis heute gehalten hat, kann sich freuen: Lag der erste Kurs bei 11 Euro, hat sich der Wert der Anteilsscheine seither vervierfacht.

Für die HVB, die keine Anteile hält, war die Aufspaltung trotz der guten Entwicklung von Geschäft und Aktienkurs bei der Hypo Real Estate nach Einschätzung unter Finanzexperten kein Fehler. "Man hatte keine Alternative", sagt ein Branchenkenner. Der Bank sei klar gewesen, dass die Hypo Real Estate eine gute Chance hat. "Viele dachten ja: Die schieben ihren ganzen Schrott jetzt weg." Durch die Trennung sei beiden Seiten geholfen worden: Die HVB verringerte ihre Risiken, die Hypo Real Estate konnte nach einer Sanierungsphase wieder auf Expansionskurs gehen. Denn Wachstumschancen gibt es - trotz des schwierigen Immobilienmarkts in Deutschland durchaus. In diesem Jahr soll der Konzerngewinn der Hypo Real Estate vor Steuern von 221 auf 400 bis 425 Millionen Euro steigen.

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