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Dem Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate drohen hohe Schadenersatzforderungen.

Hypo Real Estate drohen hohe Schadenersatzforderungen

München - Auf den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate kommen nach der knapp verhinderten Pleite Schadenersatzforderungen in zweistelliger Millionenhöhe zu.

Am Donnerstag werde beim Landgericht München I eine Klage auf Schadenersatz über knapp vier Millionen Euro gegen den Konzern eingereicht, kündigte der Anwalt der Münchener Kanzlei Rotter, János Morlin, in der Wirtschaftszeitung “Euro am Sonntag“ an. Ende September sei eine weitere Klage geplant. Die Forderung könne dann im hohen zweistelligen Millionenbereich liegen.

Die Hypo Real Estate war im Oktober in letzter Minute mit 50 Milliarden Euro von Bund und Banken gerettet worden, um schwere Erschütterungen des Finanzplatzes Deutschland zu verhindern. Die Kläger werfen den Verantwortlichen des Münchner Immobilienfinanzierers nun vor, die wirtschaftliche Situation falsch dargestellt zu haben.

Die Kanzlei vertritt Aktionäre, die die Aktien des bis vor kurzem im DAX notierten Konzerns zu durchschnittlich 35 Euro gekauft hatten. Inzwischen kostet das Papier weniger als drei Euro. Nach mehreren Anzeigen hatte die Staatsanwaltschaft München Ermittlungen aufgenommen und vor wenigen Wochen Wohnungen und Büros von ehemaligen Vorständen durchsucht.

Das frühere Management des Konzerns hatte seit August 2007 öffentlich wiederholt beteuert, keine Belastungen aus der US-Finanzkrise zu erwarten. Erst am 15. Januar 2008 räumten die Münchner dann doch Abschreibungen ein und schickten damit die Aktie auf Talfahrt. Zahlreiche Aktionäre verloren durch den Kurssturz viel Geld.

Ende September geriet der Konzern dann in so eine bedrohliche Finanznot, dass er nur noch mit Hilfe des Staates aufgefangen werden konnte. Danach setzte sich die Talfahrt der Aktie nahezu ungebremst fort. Die erste Klage der Kanzlei betrifft dem Bericht zufolge Aktien, die zwischen November 2007 und Januar 2008 gekauft worden, die zweite Käufe von Papieren zwischen dem 15. Januar und 28. September 2008 - dem Tag, an dem die existenzbedrohende Krise des Konzerns öffentlich bekannt wurde.

Seit dem Abtritt des früheren Vorstandschefs Georg Funke versucht der Manager Axel Wieandt als neuer Chef, das Unternehmen zu stabilisieren und verhandelt dafür auch über eine weitere Unterstützung durch den Bund. Kurz vor Weihnachten kündigte er den Abbau von 1000 der weltweit 1800 Arbeitsplätze an.

dpa

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