Hypo Real Estate schluckt Depfa

München - Eine neue Bankenehe bahnt sich an. Die Hypo Real Estate will die im M-Dax notierte Depfa kaufen. Beide Institute sind sich einig. Nur ein Konkurrent könnte noch dazwischenfunken.

Die internationale Fusionswelle unter Kreditinstituten hat nun auch Deutschland erreicht. Für 5,7 Milliarden Euro will der Münchner Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate die auf Staatsfinanzierungen spezialisierte Depfa-Bank übernehmen, gaben Hypo-Chef Georg Funke und sein Depfa-Kollege Gerhard Bruckermann bekannt.

Beide Banken würden ideal zueinander passen sowie ihr Geschäft im gegenseitigen Einvernehmen ohne Abbau von Stellen und mit großen Wachstumschancen bündeln können. "Die strategische Logik ist überzeugend", findet Funke. "Größe ist wichtig im Finanzsektor", sagte Bruckermann zur beabsichtigten Verschmelzung.

Bedenken, die Fusion könne scheitern, habe er nicht. Die Firmenkulturen seien sehr ähnlich. "Es ist eine Transaktion, bei der es nur Gewinner gibt", versicherte der Banker des in Dublin ansässigen Instituts, das deutsche Wurzeln und in Frankfurt ein starkes Standbein hat. Die Bündelung der jeweiligen Stärken schaffe eine einmalige Bank, warb auch Funke für das Geschäft. Seitens der Hypo sei das die Finanzierung großer Gewerbeimmobilien, seitens der Depfa die Finanzierung des öffentlichen Sektors.

Gemeinsam könne man künftig auch große Infrastrukturprojekte stemmen und der öffentlichen Hand besser helfen, deren Immobilienbesitz zu managen. Finanzieren wollen die Münchner den Zukauf per Kapitalerhöhung und Bargeld. Klappt alles wie geplant, entstünde eine Bankengruppe mit 385 Milliarden Euro Bilanzsumme, etwa zehn Milliarden Euro Börsenwert, operativen Gewinnen von zwei Milliarden Euro und insgesamt 2000 Beschäftigten, davon die Hälfte hierzuLande. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass noch andere Interessenten für die Depfa auf den Plan treten, räumte Funke ein.

Wer sein Institut stoppen wolle, müsse deutlich mehr bieten, meinte Funke. Gemessen am Durchschnittskurs der Depfa in den vergangenen Monaten bedeutet die Offerte der Münchner einen Aufschlag von knapp einem Fünftel. Zudem fädelt das Management beider Banken das Zusammengehen bereits seit eineinhalb Jahren hinter den Kulissen ein. "Jeder einzelne Manager unterschreibt die Transaktion voll", betonte Bruckermann. Jede andere Offerte käme deshalb einer feindlichen Übernahme gleich.

Bereits im September soll eine Depfa-Hauptversammlung die Bankenehe absegnen. Dazu sind 75 Prozent Zustimmung nötig. Weil die Übernahme nach irischem Recht geplant ist, würden mit jeder Quote über diesem Wert automatisch 100 Prozent der Depfa an die Hypo Real Estate fallen. Schon abgesprochen ist, dass Depfa-Manager in Vorstand und Aufsichtsrat der HRE einziehen. Dabei gibt sich Bruckermann mit dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitz zufrieden.

Nach einem Zusammenschluss will sich die HRE einen neuen Namen geben und zudem die Marke Depfa erhalten. Die Fusionskosten ohne den Kaufpreis sollen für 2007 rund 160 Millionen Euro betragen. Ab 2008 plant das Duo positive Ergebnisauswirkungen und bis 2010 rund 15 Prozent Eigenkapitalrendite. Heuer will die Hypo Real Estate allein elf bis zwölf Prozent erreichen.

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