Hypo Real Estate im Visier der Staatsanwaltschaft

München - Nach der Finanzaufsicht BaFin beschäftigt sich nun auch die Staatsanwaltschaft München mit dem Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE). Die Behörde sei aufgrund zweier Anzeigen tätig geworden.

Das sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler am Donnerstag in München. Der Vorwurf laute auf Marktmanipulation und unrichtige Darstellung nach dem Aktiengesetz. Dies könne mit einer Geldstrafe beziehungsweise einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Da die BaFin den Fall aber ohnehin prüfe, würden zunächst deren Ergebnisse abgewartet. "Das heißt, wir ermitteln nicht selbst, sondern warten ab." Ob Anklage erhoben wird, sei deshalb noch offen.

Im Raum steht der Vorwurf, Hypo Real Estate habe nur unzureichend über die Auswirkungen der internationalen Finanzmarktkrise auf das Unternehmen informiert. So hatte Konzernchef Georg Funke noch im November gesagt, sein Institut sei kaum betroffen. Mitte Januar verkündete er dann Abschreibungen von 390 Millionen Euro. Die Aktie brach daraufhin um ein Drittel ein. Die BaFin war kurz danach wegen möglicher Verstöße gegen die Ad-hoc-Pflicht tätig geworden. Eine Sprecherin der Aufsicht sagte am Donnerstag, die Untersuchungen dauerten noch an. Ein HRE-Sprecher bekräftigte auf Anfrage frühere Aussagen, wonach das Unternehmen immer korrekt informiert habe.

Ärger droht Hypo Real Estate auch auf der Hauptversammlung am 27. Mai. Die Frankfurter Anwaltskanzlei Nieding + Barth, die nach eigenen Angaben rund 100 Mandate vertritt, will bei dem Aktionärstreffen die Bestellung eines Sonderprüfers verlangen. Er soll ebenfalls klären, ob die Hypo Real Estate Aktionäre und Interessenten mit Blick auf riskante US-Hypothekengeschäfte richtig informiert hat. Die Anwälte prüfen auch Schadenersatzansprüche der Aktionäre gegen die Bank, den Vorstand und den Aufsichtsrat.

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