Hypo Real Estate will sich mit einer Bad Bank sanieren

München - Mit der Auslagerung milliardenschwerer Problemgeschäfte in eine Bad Bank will die verstaatlichte Krisenbank Hypo Real Estate (HRE) ihre Sanierung bewältigen. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in München mit.

Der Konzern will Vermögenswerte von bis zu 210 Milliarden Euro in eine Bad Bank überführen, teilte die HRE am Donnerstag in München mit. Dabei handle es sich um “Geschäftsbereiche, die für die Neuausrichtung des Unternehmens nicht strategienotwendig sind“ und um toxische Wertpapiere. Auf diesem Wege solle auch der weitere Kapitalbedarf der Deutschen Pfandbriefbank sinken. Die Übertragung solle im zweiten Halbjahr 2010 erfolgen. Der Antrag auf eine Bad Bank sei in Abstimmung mit dem Bankenrettungsfonds SoFFin bei der Finanzmarktstabilisierungsanstalt (FMSA) gestellt worden, erklärte die HRE.

Zustimmen muss neben der FMSA unter anderem auch die EU. Mit der Aufspaltung will der Konzern die Deutsche Pfandbriefbank als Kernbank zukunftsfähig machen. “Kredite, die nicht mehr im strategischen Fokus der Kernbank stehen, können so auch im Interesse der Kunden wertschonend weitergeführt werden“, hieß es. Zudem erhofft sich die HRE durch die Befreiung von Altlasten eine schnellere Reprivatisierung. Es werde erwogen, insbesondere Teile der Staatsfinanzierungs- und Immobilienfinanzierungsportfolien der krisengeschüttelte irischen Tochter Depfa Bank und der Deutschen Pfandbriefbank in die Bad Bank zu übertragen, teilte die HRE mit. Zusätzlich könnten Vermögenswerte anderer Konzerngesellschaften ausgelagert werden sowie strukturierte Produkte und Handelspositionen mit erhöhten Ausfallrisiken.

EU verlangt Schrumpfkur für die HRE

HRE-Vorstandschef Axel Wieandt erklärte, mit der Aufspaltung werde “eine signifikante Reduzierung der Bilanzsumme“ erreicht. Die EU-Kommission untersucht seit Mai einen Umstrukturierungsplan für die HRE, den die Bundesregierung nach Verlängerung der staatlichen Bürgschaften für die Bank einreichen musste. Der Umstrukturierungsplan sieht unter anderem vor, dass sich die HRE künftig auf die gewerbliche Immobilienfinanzierung und die Vergabe von Krediten an die öffentliche Hand konzentrieren und damit ihre Geschäftsaktivitäten deutlich reduzieren wird.

Die HRE war im Zuge der Finanzmarktkrise in eine massive Schieflage geraten. Sie musste durch überwiegend staatliche Bürgschaften von rund 100 Milliarden Euro abgesichert werden und wurde Anfang Oktober verstaatlicht. Der Konzern hat 2009 von Januar bis September einen Verlust von 1,71 Milliarden Euro gemacht und rechnet auch im vierten Quartal mit roten Zahlen.

apn

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