HypoVereinsbank-Chef Sprißler verteidigt Übernahme durch UniCredit

München - Bei der voraussichtlich letzten Hauptversammlung der HypoVereinsbank (HVB) nach der Übernahme durch die italienische Großbank UniCredit hat HVB-Chef Wolfgang Sprißler die umstrittene Bankenehe verteidigt.

Die Entscheidung habe sich als richtig erwiesen und biete der HVB eine langfristige strategische Perspektive, sagte er am Dienstag vor mehreren hundert Aktionären in München. "Sie lässt uns auch Phasen schlechterer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen gut überstehen." Das zweite Quartal sei für die HypoVereinsbank trotz der Turbulenzen durch die Finanzmarktkrise wieder zufriedenstellend gelaufen. Das Vorsteuerergebnis werde nach einem Verlust im ersten Quartal deutlich positiv ausfallen.

Die UniCredit hält mehr als 95 Prozent an der HVB und will die restlichen Kleinaktionäre über einen sogenannten Squeeze Out hinausdrängen und anschließend von der Börse nehmen. Damit würde es im nächsten Jahr keine Hauptversammlung mehr geben. Die Übernahme sorgt seit Jahren bei Aktionären und Mitarbeitern für Kritik. Besonders verärgert sind viele der verbleibenden Aktionäre über den Verkauf der ertragreichen Bank Austria, die die HVB aus ihrer Sicht viel zu billig für 12,5 Milliarden Euro an die UniCredit abgegeben hatte. Die Zustimmung zu diesem Beschluss bei der Hauptversammlung gilt angesichts der Mehrheit der UniCredit aber trotz der Aktionärs- Proteste als sicher.

Angesichts zahlreicher Wortmeldungen von Aktionären wird die Hauptversammlung möglicherweise bis zum späten Abend dauern und am Mittwoch fortgesetzt.

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