HypoVereinsbank: Gerüchte über Fusion verdichten sich

- München - Die Gerüchte um eine Übernahme der HypoVereinsbank durch die italienische Großbank Unicredito verdichten sich. Das "Wall Street Journal" berichtet über fortgeschrittene Gespräche beider Institute. Das italienische Wirtschaftsblatt "Il Sole-24 Ore" hatte zuvor ebenfalls die Spekulationen geschürt. Die HVB-Aktie machte aufgrund der Übernahmegerüchte einen Kurssprung. In der Branche heißt es, die Chancen für die Transaktion stünden bei 50:50.

<P>Das "Wall Street Journal" berichtet über fortgeschrittene Gespräche zwischen dem bayerischen und dem italienischen Institut in Sachen Übernahme. Die angesehene Finanzzeitung nennt auch eine Größenordnung für den Kaufpreis. Angeblich will Unicredito etwa 16 Milliarden Euro ausgeben. Damit wäre eine Fusion von HVB und Unicredito die größte grenzüberschreitende Bankenfusion Europas. Dem Bericht zufolge wolle Unicredito den Kaufpreis komplett in Aktien begleichen - wenn es so weit kommt. Nach Angaben der italienischen Zeitung "Il Sole-24 ore" komme die Unicredito einem Angebot für die Übernahme der HVB langsam näher.</P><P>"Wir kommentieren Marktgerüchte grundsätzlich nicht", sagte ein Sprecher der HypoVereinsbank. Viele Marktteilnehmer gaben ihre Einschätzung per Kauforder ab. Bereits am Donnerstag war die HypoVereinsbank-Aktie um gut fünf Prozent auf über 20 Euro gestiegen, zeitweise lag der Kurs noch höher. Das Bankhaus Sal. Oppenheim urteilte in einer Analyse, die Chance für die Übernahme stehe bei 50 Prozent.</P><P>HypoVereinsbank-Chef Dieter Rampl hatte kürzlich gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erklärt, die "Unicredito könnte für uns ein attraktiver Partner sein". Unicredito-Chef Alessandro Profumo wiederum macht kein Geheimnis daraus, dass sein Institut Zukäufen im Ausland gegenüber nicht abgeneigt ist.</P><P>Erst Mitte Mai hatte sich Rampl auf der Hauptversammlung der HVB positiv über eine Fusion mit einem ausländischen Institut geäußert. "So grenzüberschreitend wie der Bedarf der Kunden ist, so sinnvoll ist die Zusammenlegung von Stärken zweier Banken mit komplementären Heimatmärkten und sich ergänzenden Kompetenzprofilen zum Erschließen des europäischen Marktpotenzials", sagte er.</P><P>Unter diesen Umständen würde sich die zweitgrößte deutsche Bank auch mit der Rolle des kleineren Partners zufrieden geben. Ursprünglich hatte der HVB-Vorstandsvorsitzende betont, man wolle eher eine aktive Rolle bei der Bankenkonsolidierung spielen. Angesichts der Größenverhältnisse im europäischen Markt ist das jedoch bei grenzüberschreitenden Transaktionen kaum realistisch.</P><P>Die HypoVereinsbank ist über die Bank Austria neben Österreich auch in Osteuropa stark vertreten. Dort engagiert sich ebenfalls die norditalienische Unicredito.</P>

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