Hypovereinsbank: 500 Jobs in München gestrichen

München – Schlechte Nachrichten für die Mitarbeiter der Hypovereinsbank: In den nächsten Jahren sollen 700 Stellen wegfallen – 500 davon in München. Kündigungen will die Bank aber offenbar vermeiden.

Bei der Hypovereinsbank (HVB) werden erneut hunderte Stellen gestrichen. Nachdem erst Ende 2010 ein Jobabbauprogramm ausgelaufen war, bei dem seit 2008 insgesamt 2500 Arbeitsplätze weggefallen waren, kündigte die Bank nun weitere Streichungen an. In einer internen Mitteilung, die dieser Zeitung vorliegt, wird der Abbau von weiteren 700 Stellen angekündigt.

Betroffen sind davon ausschließlich die rund 3700 Mitarbeiter in zentralen Verwaltungsabteilungen, im Vertrieb soll es keine Stellenstreichungen geben. Insgesamt sind rund 10 000 Mitarbeiter im Konzern im Raum München beschäftigt. Bestenfalls bis 2013 – spätestens aber bis Ende 2015 – soll der Abbau vollzogen sein. „Wir werden die Umsetzung fair und transparent gestalten und alles daran setzen, betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen“, wird HVB-Arbeitsdirektor Heinz Laber zitiert. Frei werdende Stellen sollen nicht mehr besetzt werden. „Bei einer natürlichen Fluktuationsrate von etwa sieben Prozent im Jahr sind wir hier sehr zuversichtlich“, so Laber. Eine Sprecherin der Hypovereinsbank bestätigte die geplanten Stellenstreichungen.

Von den geplanten Streichungen ist München besonders stark betroffen. Hier am Sitz der Zentrale sind die meisten betroffenen Abteilungen angesiedelt. Wie unsere Zeitung aus Aufsichtsratskreisen erfuhr, werden etwa 70 Prozent der 700 Stellen in München eingespart. Damit würden allein in der bayerischen Landeshauptstadt bis zu 500 Arbeitsplätze bei der Hypovereinsbank wegfallen.

Die Zahlen könnten offenbar auch noch höher ausfallen. Bei den 700 Stellen sei eine gleichbleibende Geschäftsentwicklung zugrunde gelegt. Sollte sich das Geschäft besser oder schlechter entwickeln, könnten sich die Zahlen verändern, heißt es aus Aufsichtsratskreisen.

Als Grund für die Stellenstreichungen nennt die Bank in der internen Mitteilung das „volatile Marktumfeld“ und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Deshalb sei „eine konsequente weitere Verschlankung der Kostenstruktur notwendig, um die Profitabilität im Wettbewerbsumfeld sicherzustellen“. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte die Hypovereinsbank einen Gewinn von 1,73 Milliarden Euro erzielt – fast doppelt so viel wie im Jahr zuvor.

Von Philipp Vetter

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Italien schafft 1- und 2-Cent-Münzen ab
In Zukunft werden die Preise für Waren und Dienstleistungen auf den nächsten 5-Cent-Betrag gerundet werden.
Italien schafft 1- und 2-Cent-Münzen ab
Telekom-Chef: „Kunden sollen nicht mehr ganzen Tag auf Techniker warten“
Wer hat noch nie stunden- und tagelang auf einen Telekom-Techniker gewartet? Der Konzern wird den Service jetzt deutlich verbessern - verspricht Boss Timotheus Höttges.
Telekom-Chef: „Kunden sollen nicht mehr ganzen Tag auf Techniker warten“
Neues Bezahlgefühl: Italien schafft diese Münzen ab
Im Italien-Urlaub müssen sich Deutsche künftig umstellen. Denn das Land wird sehr bald zwei Münzen aus dem Zahlungsverkehr nehmen.
Neues Bezahlgefühl: Italien schafft diese Münzen ab
Deutsche Autobauer fluten nicht amerikanischen Markt
Dem US-Präsidenten fahren in seiner Heimat zu viele deutsche Autos herum - während amerikanische Konzerne in der Bundesrepublik zu wenig vertreten seien. Eine …
Deutsche Autobauer fluten nicht amerikanischen Markt

Kommentare