HypoVereinsbank kommt nicht zur Ruhe: Spekulation um Unicredito

- München - Die HypoVereinsbank kommt nicht zur Ruhe. Nach Milliardenverlusten, Kapitalerhöhung und einer Konzernaufspaltung in den vergangenen Jahren machen derzeit neue Übernahmegerüchte die Runde. Diesmal wird die italienische Großbank Unicredito als Übernahme-Interessent gehandelt.

<P>Zudem will Konzern-Chef Dieter Rampl in den kommenden Wochen Einzelheiten des geplanten Sparprogramms bekannt geben. Dem könnten noch einmal mehrere tausend Arbeitsplätze in Deutschland zum Opfer fallen. Nach enttäuschenden Ergebnissen im vergangenen Jahr steht Rampl unter Druck, Ergebnisse zu liefern.</P><P>Der Aktienkurs der HVB wird derzeit vor allem von Spekulationen über ein Kaufinteresse der Unicredito beflügelt. "Da ist nichts dran", hieß es dazu in Branchenkreisen. Die Unicredito sei zwar sicherlich kein schlechter strategischer Partner, wenn die Konsolidierung losgehe. Kurzfristig sei aber nichts zu erwarten.</P><P>Rampl hatte immer wieder betont, wenn die Konsolidierung des Bankensektors in Europa einmal richtig anrolle, wolle die HypoVereinsbank eine aktive Rolle spielen. Der Vorstandschef sieht die zweitgrößte deutsche Bank eher in der Rolle des Aufkäufers, denn als Übernahmeopfer. In Finanzkreisen wird aber bezweifelt, ob die HVB in absehbarer Zeit für Akquisitionen die Finanzkraft aufbringen kann.</P><P>Fraglich ist, ob die HVB schon attraktiv genug ist</P><P>Übernahmegerüchte sind nichts Neues in der Branche. Durch die Übernahme der britischen Hypothekenbank Abbey National durch die spanische Santander Central Hispano könnte es nun aber langsam ernst werden. "Im Bankensektor sind im Moment alle im Fusionsfieber", sagte Aktienhändler Oliver Opgen-Rhein von HSBC Trinkaus & Burkhardt. "Da kommen natürlich auch wieder Gerüchte über Fusionen mit deutschen Banken auf."</P><P>Fraglich ist ohnehin, ob die HVB schon attraktiv genug ist, um als Übernahmekandidat in Frage zu kommen. Ein Schwachpunkt ist das ertragsschwache Deutschlandgeschäft. Hier soll ab 17. Januar die frühere Citibank-Chefin Christine Licci den Privatkundenbereich sanieren. Hinzu kommt, dass noch immer Immobilienaltlasten in den Büchern der HVB schlummern. Auch der bald umgebaute Vorstand werde erstmal die Probleme aus den 90er-Jahren vorfinden, sagt ein Aufsichtsrat. Um das Immobilienthema soll sich künftig Johann Berger kümmern.</P><P>Details des geplanten Sparpakets will Rampl Ende Februar präsentieren. Laut Branchenkreisen sollen die Kosten um mehrere hundert Millionen Euro gedrückt werden, was den Abbau von 2000 bis 3000 Arbeitsplätzen bedeuten könnte. Mit Sparen allein ist es aber nicht getan. "Da hat die HVB ohnehin schon einiges getan. Wichtig ist jetzt, dass auch die Erträge wieder steigen", sagt ein Branchenexperte. Auch die HVB habe sich teilweise von den Kunden zu sehr abgewandt und müsse jetzt verstärkt in die Fläche gehen. Rampl habe lange gebraucht, um hier umzusteuern, jetzt sei er aber auf dem richtigen Weg.</P>

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