HypoVereinsbank liefert, was sie versprochen hat - und noch mehr

- München - Die Wende bei der HypoVereinsbank hat selbst die ohnehin schon optimistisch gestimmten Börsianer freudig überrascht: Nachdem im Vorjahr erstmals in der Konzerngeschichte Verluste aufgelaufen waren, ist die Bank unter ihrem neuen Chef Dieter Rampl jetzt in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. "Wir kommen gut voran, wissen aber, dass wir noch ein gutes Stück Weg vor uns haben", freute sich Rampl nur verhalten über sein Zahlenwerk zum dritten Quartal.

<P>Schließlich wird der massive Konzernumbau Ende dieses Jahres 11 000 Arbeitsplätze im HypoVereinsbank-Konzern gekostet haben. Der Abbau von 1600 Stellen steht noch an. Die dicksten Brocken des Mammut-Programms, das sich Rampl und seine Vorstandskollegen vorgenommen haben, werden im kommenden Geschäftsjahr aber abgearbeitet sein, darunter die Abspaltung des Immobiliengeschäfts mitsamt seiner Kreditrisiken und dessen erfolgreiche Platzierung an der Börse. Zudem wurden unter anderem die Norisbank und Anteile an der Bank Austria verkauft.</P><P>Ruhig wird das neue Jahr für die Bank dennoch nicht. Die Risikovorsorge soll weiter zurückgefahren werden, weitere Beteiligungen stehen zum Verkauf, so etwa die Mehrheit an der Dortmunder Brau und Brunnen. Außerdem wird sich Rampl mit einer schwarzen Null, die er für 2003 erwartet, nicht zufrieden geben können und wollen. Im kommenden Jahr dürfte es darum gehen, wieder ordentliche Gewinne einzufahren. Bei wichtigen Kennzahlen liegt die Bank auf diesem Weg im eigenen Zielkorridor, in einigen Bereichen, etwa dem Verwaltungsaufwand, sogar über den Planungen.</P><P>Im dritten Quartal 2003 hat die HypoVereinsbank einen Gewinn nach Steuern von 294 Millionen Euro erzielt. Im Vorjahr war auf vergleichbarer Basis ein Verlust von 206 Millionen Euro angefallen. Auch im letzten Quartal des Jahres will die HVB schwarze Zahlen abliefern. Das Betriebsergebnis im dritten Quartal betrug 623 Millionen Euro. Auch ohne den Verkauf der Norisbank gab es hier ein sattes Plus von 76 Prozent auf 344 Millionen Euro. Besser als erwartet fiel vor allem der Zins- und Provisionsüberschuss aus, was positive Signale auch für das neue Geschäftsjahr liefert. An der Börse wurden diese gehört, der Kurs der HVB-Aktie legte zwischenzeitlich um über sechs Prozent auf 18,60 Euro zu.</P><P>Mit dem guten dritten Quartal kommt die neue HVB nun in den ersten neun Monaten auf ein positives Nachsteuer-Ergebnis von 99 Millionen Euro nach einem vergleichbaren Vorjahresverlust von 638 Millionen Euro. Ohne den Erlös aus dem Verkauf der Norisbank von 279 Millionen Euro wäre dieses Ergebnis somit noch deutlich negativ gewesen. Im Gesamtjahr erwartet die HVB unter Einrechnung aller Sonderbelastungen unter dem Strich eine schwarze Null. Im Vorjahr summierten sich die Verluste auf 858 Millionen Euro.</P><P>Die Ziele für das Gesamtjahr bekräftigte Rampl. "Wir liefern, was wir versprochen haben." So soll der Vorsteuer-Gewinn vor Sonderfaktoren bei bis zu 600 Millionen Euro liegen. In den ersten neun Monaten waren es 396 Millionen Euro. Die Risikovorsorge soll in diesem Jahr bei etwa 2,3 bis 2,6 Milliarden Euro liegen.<BR></P>

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