HypoVereinsbank macht Verkauf der Norisbank perfekt

- München - Die HypoVereinsbank kommt bei der Stärkung ihrer angeschlagenen Kapitalbasis voran. Nach dem Börsengang der Bank Austria bringt die zweitgrößte deutsche Bank nun den Verkauf der Nürnberger Norisbank an die DZ-Bank unter Dach und Fach und beschafft sich damit frisches Kapital: In den 447 Millionen Euro Kaufpreis ist allerdings der Gewinn der ersten neun Monate des Jahres 2003 bereits enthalten.

<P>Für die HVB fällt der Geldsegen größer aus als erhofft. Nach Einschätzung eines Analysten von Merck Finck & Co ergibt die Summe einen Nettogewinn von rund 250 Millionen Euro. "Mit dem Verkauf der Norisbank kommen wir unserem Ziel, bis Jahresende eine Kernkapitalquote von bis zu 7 % zu erreichen, ein weiteres Stück näher", sagte HVB-Chef Dieter Rampl. </P><P>Beobachter warnten aber vor den Risiken des Deals für die DZ Bank: Durch eine Übernahme der auf Konsumentenkredite spezialisierten Norisbank erhöhe sich die Gefahr konjunkturbedingter Darlehensausfälle deutlich. Im vergangenen Jahr hatte die DZ Bank erheblich mit faulen Krediten zu kämpfen, die Risikovorsorge des Konzerns kletterte auf ein Rekordniveau von 1,52 Milliarden Euro. So ergab sich ein Vorsteuerverlust von 872 Millionen Euro. Nur eine kräftige Steuerrückzahlung rettete unterm Strich vor einem Jahresverlust.</P><P>Die DZ Bank sieht vor allem die Chance auf ein florierendes Geschäft mit privaten Darlehen. Das Neugeschäft mit Ratenkrediten soll sich in Deutschland insgesamt in den nächsten vier bis fünf Jahren vervierfachen, wird geschätzt. Angesichts der andauernden Konsumflaute werden diese Prognosen jedoch als sehr optimistisch eingeschätzt.</P><P>Auch die Postbank, die Royal Bank of Scotland, die britische HSBC und die französische BNP Paribas waren als Käufer im Gespräch. Bereits der Börsengang der Tochter Bank Austria hatte rund 960 Millionen Euro in die Kasse der HVB gespült. Zur Disposition steht nun auch das Aktienpaket der Münchner in Höhe von 59,9 % an der Dortmunder Brau und Brunnen AG.<BR></P>

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