Die HypoVereinsbank schlägt eine Brücke zu den Sparkassen

- München - Die bayerischen Sparkassen und die HypoVereinsbank (HVB) arbeiten künftig zusammen. Der beleghafte Zahlungsverkehr der HVB - also die Abwicklung von Überweisungen auf Papier oder Scheckeinreichungen - wird ab 1. April 2004 von der Zahlungsgesellschaft der Sparkassen übernommen, teilten HVB und Sparkassenverband Bayern mit. Für die Kunden soll sich durch die überraschende Annäherung von öffentlichem Institut und privater Großbank nichts ändern, für die Mitarbeiter schon: 40 Stellen bei der HypoVereinsbank werden gestrichen, weitere könnten folgen.

<P>Die Bearbeitung von Überweisungsformularen ist für die Banken ein schlechtes Geschäft. Viele per Hand ausgefüllte Überweisungsträger sind nicht maschinenlesbar oder enthalten fehlerhafte Angaben. Sie müssen vom Personal unter großem Zeitaufwand nachbearbeitet werden. Und das kostet. Deshalb drängen die Institute ihre Kunden etwa mit Gebühren vermehrt ins Internet oder an Automaten ab. Zudem versuchen die Banken ihre Kosten bei der Abwicklung der Transaktionen zu drücken. HVB und Sparkassen setzen dabei auf ihre Kooperation.</P><P>Bis Ende 2004 sollen nahezu alle Sparkassen im Freistaat ihre Belege in der Zahlungsverkehrsgesellschaft Service Zentrum Bayern (SZB) bearbeiten lassen. 330 000 Formulare pro Tag laufen dann in der Sparkassen-eigenen SZB mit Sitz in Nürnberg zusammen. Von der HypoVereinsbank sollen ab April 80 000 Belege pro Tag dazukommen. Die Kunden verwenden die selben Formulare wie bisher und sie werfen sie weiterhin bei ihrer Bank ein. Von dort werden sie dann an das SZB weitergeleitet. Und das soll durch den größeren Durchlauf von Belegen rentabler werden. "Wir können damit über die Kostendegression günstiger arbeiten", erklärte Werner Netzel, Vizepräsident des Sparkassenverbands Bayern. Die HypoVereinsbank erhofft sich Kosteneinsparungen. "Durch die Bündelung ergeben sich für die HVB Group bereits im ersten Schritt Synergie-Effekte von 30 Prozent", sagte der zuständige Bereichsvorstand Wolfgang Haller. In Bankenkreisen ist von Einsparungen im hohen einstelligen Millionenbereich die Rede. Die kommen nicht zuletzt aus der Personalkasse.</P><P>Die HypoVereinsbank betreibt ihren Zahlungsverkehr bislang in der HVB Payments und Services GmbH mit 570 Mitarbeitern an den Standorten München, Augsburg und Leipzig. 40 der Stellen werden gestrichen, wie ein Unternehmenssprecher erklärte. Womöglich sind es bald mehr. Die Institute prüfen eine Ausweitung der Kooperation auch auf den beleglosen Zahlungsverkehr. Dieser macht bei der HypoVereinsbank etwa 1,5 Millionen Transaktionen pro Tag aus. Sollten auch beleglose Transaktionen bei den Sparkassen abgewickelt werden, wäre die HVB-eigene Gesellschaft wohl zu einem großen Teil überflüssig.</P><P>Die Dresdner und die Deutsche Bank gaben kürzlich bekannt, ihren kompletten Zahlungsverkehr bei der Postbank abwickeln zu lassen. Hier wird in Finanzkreisen gemutmaßt, dass mehrere hundert Mitarbeiter in der Abwicklungsgesellschaft der Deutschen Bank ihren Arbeitsplatz verlieren. Die HVB hatte mit Deutscher und Dresdner Bank zuvor über eine gemeinsame Abwicklungsgesellschaft verhandelt, die Pläne aber mangels Sparpotenzial verworfen.</P>

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