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Winfried Schülken sieht die HypoVereinsbank mit ihrer neuen Privatkundenstrategie gut aufgestellt.

Geldanlage

Auf dem Weg zur Multikanalbank

Als Komplettanbieter wird die HypoVereinsbank zwar auch zukünftig sämtliche Anlegergruppen abdecken, in der Kundenansprache wird aber kaum ein Stein auf dem anderen bleiben.

„Wer ein geeignetes Produkt für die Vermögensanlage sucht, wird bei der HypoVereinsbank immer fündig werden.“ So sieht es zumindest Winfried Schülken, Regionalleiter Bayern Süd im Privatkundengeschäft der HVB. „Unabhängig von der Höhe des Vermögens, der Risikobereitschaft des Kunden oder seinem Alter decken wir als Komplettanbieter praktisch die gesamte Palette denkbarer Vermögensanlage- und Vermögensverwaltungslösungen ab.“

So ist über die aktiv gemanagten „HVB Vermögensdepots privat“ bereits ab einer monatlichen Sparrate von 25 Euro oder einem einmaligen Anlagebetrag von 10 000 Euro die Investition in die weltweiten Kapitalmärkte realisierbar. Je nach Risikoneigung können sich Sparer und Anleger dabei zwischen den Varianten Defensiv, Balance, Wachstum und Chance+ mit Aktienquoten von maximal 30 bis 100 Prozent entscheiden.

Individuelle Mandatslösungen werden in Form von Vermögensportfolios ab einem Anlagebetrag von 100 000 Euro angeboten, und ab 500 000 ist dann auch die klassische Vermögensverwaltung in einem auf den eigenen Namen lautenden Wertpapierportfolio möglich.

Beim Private Banking Depot Global handelt es sich dagegen um eine Beratungslösung, bei der die letztendliche Entscheidung über Wertpapierkäufe und -verkäufe beim Kunden liegt. Unterstützt wird er dabei unter anderem durch regelmäßige Reportings, die neben einem Marktausblick auch eine Risikoanalyse und eine Performanceübersicht enthalten. Im Rahmen eines Portfoliostrukturvergleichs werden zudem Über- oder Untergewichtungen einzelner Anlageklassen im Vergleich zur gewählten Modellallokation aufgezeigt. Darüber hinaus kann sich der Anleger jederzeit mit seinem persönlichen Berater austauschen bzw. bei diesem Rat einholen. Abgerechnet wird auf Basis eines Pauschalpreises, dessen Höhe sich am Depotvolumen orientiert.

Während bei der Ausgestaltung der beschriebenen Produkte in näherer Zukunft keine größeren Änderungen vorgesehen sind, finden im Privatkundengeschäft insgesamt derzeit gravierende Umstrukturierungen statt.

So ist zum einen mit einer deutlichen Ausdünnung des bestehenden Filialnetzes begonnen worden. Deutschlandweit sollen bis Ende 2015 von zuvor 580 Standorten knapp 240 geschlossen bzw. zusammengelegt werden, wobei zum Teil Selbstbedienungszonen erhalten bleiben. Die verbleibenden Standorte werden modernisiert und qualitativ aufgewertet, was insbesondere die Ausgestaltung mit einem zeitgemäßen Design und modernster Technik beinhaltet. Bei einem Teil sollen die Umbaumaßnahmen schon in diesem Jahr abgeschlossen sein.

Der Hauptgrund für die beschriebenen Maßnahmen ist laut Schülken das schwindende Kundeninteresse an einer Beratung in der Filiale. „Stattdessen geht der Trend immer stärker hin zur Digitalisierung und zum Onlinegeschäft. Während im Jahr 2000 noch 70 Prozent der Kundenkontakte über Filialen liefen, waren es 2010 nur noch 30 Prozent. Im kommenden Jahr werden es nur noch fünf Prozent sein.“

Folgerichtig plant die Bank auf der anderen Seite den Multikanalbereich weiter auszubauen: Neben neuen Angeboten im Online- und Mobile Banking sollen darüber hinaus auch die Kapazitäten der „HVB Online Filiale“ weiter erhöht werden. Dort sitzen an bisher drei Standorten, zwei davon in Bayern (München und Nürnberg), persönliche Ansprechpartner, mit denen der Kunde nach Terminvereinbarung per Videokonferenz Beratungsgespräche führen kann. Das funktioniert sowohl von zu Hause oder dem Büro aus über einen normalen Rechner, ist aber auch von unterwegs aus per iPad möglich.

Insgesamt sieht sich die HypoVereinsbank mit ihrer neuen Privatkundenstrategie als erste echte Multikanalbank in Deutschland. „Dabei kommt dem verbleibenden Filialnetz ebenso eine wichtige Rolle zu wie auch der orts- und zeitunabhängigen persönlichen Beratung und dem modernen Onlinebanking“, so Schülken.

Martin Ahlers

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