Hubert Aiwanger: Der Bayerische Wirtschaftsminister blickt der IAA zuversichtlich entgegen.
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Hubert Aiwanger: Der Bayerische Wirtschaftsminister blickt der IAA zuversichtlich entgegen.

„Gutes Veranstaltungskonzept“

Automesse IAA trotz Corona? Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger macht klare Ansage

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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Die IAA soll in diesem Jahr erstmals in München stattfinden. Doch wegen der Corona-Pandemie waren die Fragezeichen hinter der Veranstaltung gewachsen. Jetzt gibt es Entwarnung.

München – Der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in München bleibt das Wiesn-Schicksal wohl erspart. Die weltweit führende Automesse soll - wie geplant - im September stattfinden. Das machte der Bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) gegenüber Merkur.de deutlich: „Ich freue mich, dass die IAA erstmals in München ihre Tore öffnet. Die Münchner Messe und der Verband der Automobilindustrie haben ein gutes Veranstaltungskonzept.“ Es könne „Menschenansammlungen verhindern und optimalen Infektionsschutz gewährleisten“, sagte Aiwanger.

Angesichts steigender Inzidenz-Zahlen und des lange Zeit schleppenden Impffortschritts waren in den vergangenen Monaten die Zweifel gewachsen, ob die weltweit wichtigste Automobil-Ausstellung wie geplant stattfinden kann. Erst vor wenigen Tagen hatten der Freistaat und die Stadt München das Oktoberfest 2021 abgesagt und auf die Pandemie verwiesen.

IAA Mobility in München: Aiwanger sieht Signalwirkung für Bayern

Beobachter hatten daher gerätselt, ob nach der Wiesn auch die vom 7. bis 12. September geplante IAA Mobility wegen der Pandemie gestrichen werden könnte. Doch die Zweifel sind jetzt vom Tisch. „Ich freue mich auf die IAA und mögliche weitere Messen in diesem Jahr“, sagte Aiwanger. Mit der Leitmesse für Mobilität im September nehme die Wiedereröffnung der Messen ihren Anfang. „Hotels und Gastronomie werden davon profitieren, aber auch andere Dienstleister wie zum Beispiel Taxifahrer oder Einzelhändler“, erklärte Aiwanger.

Zuvor hatte auch der Wirtschaftsreferent der Stadt München, Clemens Baumgärtner (CSU), Zuversicht verbreitet. „Ich bin der Meinung, dass wir eine IAA durchführen können“, sagte Baumgärtner (CSU) vor wenigen Tagen. Man haben die „richtigen Konzepte für fast alle möglichen Inzidenzszenarien in der Schublade“.

Automobilverband versichert: Haben für IAA alle nötigen Schutzmaßnahmen getroffen

Auch beim VDA heißt es, man habe alle Vorkehrungen getroffen, um eine sichere Messe auszurichten. Dazu gehörten etwa Kontakterfassung von Besuchern, Abstandsregeln, Belüftung oder Testmöglichkeiten. Zudem helle sich das Umfeld deutlich auf, sagte ein VDA-Sprecher am Donnerstag gegenüber Merkur.de. Dies gelte sowohl für den raschen Impffortschritt als auch für die erwartete Ausweitung des internationalen Reiseverkehrs. Die IAA sei nicht mit der Wiesn vergleichbar, hieß es. „Bei uns sind die Besucher nachmittags noch nüchtern“, sagte der VDA-Sprecher. Laut VDA haben bislang über 300 Hersteller zugesagt. Nach den Plänen soll sich die IAA von einer Automesse zu einer Mobilitätsplattform wandeln.

Der VDA hatte die prestige-trächtige Messe Anfang März 2020 nach München vergeben. Zuvor hatte die IAA rund 70 Jahre auf dem Messegelände in Frankfurt ihre Heimat. Allerdings waren die Besucherzahlen zuletzt rapide zurückgegangen. Auch viele wichtige Aussteller wie BMW oder Audi fuhren ihre Engagements zurück, andere strichen ihren Auftritt sogar komplett aus dem Kalender. Mit dem Neustart in München will der VDA jetzt die Wende schaffen.

IAA Mobility in München: Neues Konzept

Allerdings dürfte auch die IAA Mobility kleiner ausfallen als ihre Vorgänger. Das neue IAA-Konzept sieht weniger Ausstellungsfläche in den Hallen und mehr Außenveranstaltungen in der ganzen Stadt vor. Zudem prüft etwa Volkswagen, ob der Konzern sein gesamtes Pkw-Angebot womöglich nur bei einzelnen Veranstaltungen wie dem traditionellen Konzernvorabend zeigt und sich auf der Publikumsfläche auf seine drei Kernmarken VW, Audi und Porsche beschränkt.

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