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Der Direktor des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Joachim Möller, warnt vor schweren Verwerfungen am deutschen Arbeitsmarkt.

IAB-Chef: Schwere Verwerfungen am Arbeitsmarkt

Berlin - Der Ruf nach einem Mindestlohn als Schutz gegen Lohndumping wird lauter. Ohne eine verbindliche Lohnuntergrenze drohe vor allem im Dienstleistungsbereich eine Lohn-Abwärtsspirale.

Der Direktor des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Joachim Möller, zeigte sich deshalb besorgt. Mit Blick auf die zum 1. Mai 2011 beginnende Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU sprach er sich im “IAB-Forum“ für einen “mit Augenmaß festgesetzten Mindestlohn“ aus.

Am 1. Mai enden die Übergangsfristen für die 2004 zur EU hinzugekommenen Länder, darunter Polen und die baltischen Staaten. Firmen mit billigen Arbeitskräften aus den neuen Mitgliedsstaaten könnten dann hiesige Unternehmen, die “akzeptable“ Löhne zahlen, verdrängen. Der IAB-Chef: “Der gesellschaftliche Schaden wäre immens.“ Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sprach sich ebenfalls schon für einen gesetzliche Mindestlohn für die Zeitarbeitsbranche aus. Das IAB ist die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit.

Der IAB-Direktor warnt vor “schweren Verwerfungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt“ für den Fall, dass Unternehmen aus den neuen Mitgliedsstaaten Arbeitnehmer in den deutschen Arbeitsmarkt entsenden und diese dann zu polnischen oder baltischen Löhnen bezahlen. “Diesen Lohnwettbewerb können deutsche Unternehmen vor allem in sensiblen Branchen wie dem Bau- und Reinigungsgewerbe nicht gewinnen.“

dpa

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