Ich-AG: Wo guter Rat kostenlos ist

- München - Wer sich mit einer kreativen Geschäftsidee selbstständig machen möchte, ist für professionelle Tipps dankbar. Zumal, wenn sie kostenlos sind. Diesen Service bietet das Büro für Existenzgründungen (BfE) Arbeitslosen aus dem Münchner Raum, Weilheim und Freising, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Das Unternehmen, das mit der Münchner Agentur für Arbeit kooperiert, berät aber zumeist Bezieher von Überbrückungsgeld. Gründer, die den Existenzgründerzuschuss für eine Ich-AG beantragen möchten, nehmen die Dienstleistungen des BfE bisher nur selten wahr.

<P>"Lediglich 15 bis 20 Prozent der Ich-AG-Gründer des vergangenen Jahres haben bei uns an Workshops oder Fachvorträgen teilgenommen", schätzt Hermann Steindl, Geschäftsführer des 1996 von ihm gegründeten Unternehmens. 2279 Ich-AGs wurden im vergangenen Jahr in München auf die Beine gestellt, dem gegenüber stehen 3849 Gründungen mittels Überbrückungsgeld. Zu persönlichen Beratungsgesprächen sind laut Steindl nur um die 30 Ich-AG-Gründer gekommen. Kaum zu glauben: Denn das BfE bietet umfassende kostenlose Leistungen für alle Gründer aus der Arbeitslosigkeit an. Und die sind für künftige Gewerbetreibende oder Freiberufler ziemlich wertvoll.</P><P>Zunächst erfahren sie in einem Gründungsworkshop, welche Art der finanziellen Unterstützung der Agentur für Arbeit für sie die bessere ist. Außerdem wird das notwendige Wissen zur Erstellung eines Unternehmenskonzepts vermittelt. Zwar brauchen Ich-AGler dies im Gegensatz zu den Beziehern von Überbrückungsgeld nicht, um den Zuschuss beantragen zu können. Aber es ist laut Steindl trotzdem sehr sinnvoll, sich vor einer vorschnellen Gründung beispielsweise zu fragen: "Wie hoch ist eigentlich mein Lebensunterhalt" und "Wie viel muss ich brutto verdienen, um ihn abzudecken?".</P><P>"Ich kann jedem Gründer nur raten, ein Unternehmenskonzept zu erstellen", betont der Fachmann. Man erlebe oft Überraschungen, was alles an Kosten auf einen zukomme. Bei einem persönlichen Gespräch mit einem der acht Berater wird der Businessplan dann ausführlich besprochen und bei Bedarf bei weiteren Treffen verbessert. Außerdem bietet das BfE zahlreiche kostenlose Fachvorträge an. </P><P>Mit der Gründung schließlich ist die kostenlose Beratung noch nicht vorbei: Ist das Gewerbe oder die Freiberuflichkeit mit Hilfe des BfE erst einmal auf die Beine gestellt, stehen dem frisch gebackenen Unternehmer die Berater auch weiterhin mit einem Coaching-Programm zur Seite. Dazu kommen Unternehmerabende. "Hier geht es uns darum, dass die Gründer ihre Erfahrungen austauschen und neue Kontakte knüpfen können", erläutert Steindl. Die Internet-Datenbank "BfE-Network", in die Gründer aufgenommen werden können, dient als Auftrags- und Kontaktbörse.</P>Kontakt: Büro für Existenzgründungen (BfE) im Arbeitsamt München, Thalkirchner Straße 54, Tel: 089/5154-9320, Fax: 089/5154-9321, www.bfe-muenchen.de

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