Polizei über Malina-Gutachten: „Es gibt unterschiedliche Ergebnisse“

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IFA-Vision: Mobiler Zugriff auf den Backofen

Berlin - Smartphone und mobiles Internet gehören zum Alltag. Im Haushalt spielen sie bislang kaum eine Rolle. Die Industrie will das ändern und hofft mit Hilfe der Elektronikmesse IFA auf den Durchbruch.

Es ist eine einfache Frage, von der Antwort kann abhängen, ob eine Produktneuheit die Hoffnung seiner Erfinder erfüllt oder nicht: „Will der Konsument im Supermarkt sehen, ob er noch Milch im Kühlschrank hat?“ Die Frage stellt auf der Elektronikmesse IFA Axel Kniehl, Vertriebschef von Miele. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Käufer für die neuen Kühlschränke und Waschmaschinen seines Hauses zu begeistern.

Die Schlagworte dafür sind „Internet der Dinge“ und „Smart Home“. Es geht um ein vernetztes Zuhause, in dem zum Beispiel berufstätige Familienväter und -mütter Geschirrspüler und Backofen über das Internet ansteuern können. Schon vor mehr als zehn Jahren wurden solche Konzepte propagiert. Doch erst jetzt sind sie aus Sicht der Industrie so ausgereift, dass die Chance auf einen größeren Markterfolg besteht.

Die deutschen Hausgeräterhersteller Miele, Siemens und Bosch bieten Anfang 2015 neue Apps für das Smartphone an. „Man muss nicht mehr zu Hause sein, um die Hausarbeit zu erledigen“, verspricht Roland Hagenbucher, Geschäftsführer von Siemens-Electrogeräte, auf der IFA.

Mit dem Mobiltelefon kann der moderne Mensch dann von überall das Waschprogramm einstellen und die Maschine starten. Im nächsten Schritt erteilt er dem Backofen den Befehl aufzuheizen, damit der Auflauf in der Röhre genau dann fertig ist, wenn die Familie sich zu Hause zum Abendessen versammelt. Die App meldet sich auch von selbst, etwa mit dem Hinweis, dass das Flusensieb der Waschmaschine geleert oder Klarspüler im Geschirrspüler nachgefüllt werden muss.

Ob dieser „Mehrwert“, wie es im Marketingdeutsch heißt, von einer größeren Käuferschicht angenommen wird, ist noch nicht ausgemacht. „Wir haben den Durchbruch noch vor uns“, sagt Kniehl. Es gelte, den Kundennutzen von technischen Spielereien abzugrenzen.

Miele-Geschäftsführer Reinhard Zinkann, im Vorstand des Branchenverbands für Hausgeräte zuständig, zeigt sich optimistisch: „Die Menschen gewöhnen sich daran, ihr tägliches Leben mit Smartphones und Tablets zu organisieren.“

Die Aufgabe der Industrie bestehe darin, die verschiedenen Geräte in einem vernetzten Haus-System zusammenzuführen - „egal welche Anwendung, egal von welchem Hersteller“. Da hakt es noch, denn bislang sind nur die Home-Systeme von Siemens und Bosch wechselseitig nutzbar. Die Überlegungen über einen einheitlichen Standard stehen erst am Anfang - und einige internationale Anbieter halten auch nicht viel davon, weil sie lieber im Alleingang den Markt erobern wollen.

Weil die Internet-Option als Verkaufsargument möglicherweise nicht ausreicht, reichern die Hersteller ihre Backöfen und Waschmaschinen mit allerlei Extras an. In der Küche soll alles schneller, bequemer und einfacher laufen.

Da wird zum Beispiel der Backofen mit der Mikrowelle kombiniert, die Tiefkühlpizza wird ohne Vorheizen in 12 statt 20 Minuten fertig. Fürs schnelle Spülen von Gläser gibt es ein Extraprogramm. Ein Balkendiagramm zeigt den Strom- und Wasserverbrauch der Waschmaschine an. Am Backofen gibt Hausfrau oder Hausmann ein, was gebacken, geschmort oder gedämpft werden soll, und das Gerät wählt automatisch die richtige Temperatur und Garzeit aus.

Den Braten spicken, das Gemüse waschen und schneiden, das schmutzige Geschirr ein- und ausräumen - das können die smarten Geräte freilich nicht. Auch der Blick in den heimischen Kühlschrank vom Mobiltelefon aus ist bei Miele, Siemens und Bosch noch Zukunftsmusik. Einen Vorteil bieten die Hausgeräte-Apps aber in jedem Fall: Dort ist leicht die Telefonnummer des Kundendienstes zu finden, falls die Waschmaschine doch mal streikt.

dpa

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