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ifo-Präsident Hans-Werner Sinn prangert das Zögern der Banken bei der Kreditvergabe an.

ifo: Banken zögern immer öfter bei Kreditvergabe

München - Die deutschen Unternehmen kommen laut einer Umfrage des Münchner ifo Instituts zunehmend schwieriger an Kredite. Etwa ein Drittel der befragten Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft habe zuletzt über stärkere Zurückhaltung der Banken geklagt, sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

"Insbesondere Großunternehmen klagen darüber, dass die Kreditvergabe restriktiv sei." Hier liege die Quote sogar bei rund 40 Prozent. Von einer Kreditklemme wollte Sinn aber noch nicht sprechen. "Kreditklemme würde ich es noch nicht nennen, aber die Kredithürde wird höher", sagte er. Halte dieser Trend an, werde es problematisch. Die kritische Marke dürfte erreicht sein, wenn mehr als die Hälfte der Unternehmen über eine restriktive Kreditvergabe der Banken klagte. "Ein Viertel wäre eine normale Situation."

Das Rettungspaket für die Bankenbranche sei zwar richtig, aber mit zu vielen Auflagen verbunden, sagte Sinn. "Die Gefahr besteht, dass dieses Rettungspaket nicht in ausreichendem Umfang abgerufen wird." Vor allem private Banken sträubten sich, die Hilfsmittel des Staates in Anspruch zu nehmen. Wenn Banken den Staat um Geld aus dem 500 Milliarden Euro großen Rettungstopf der Bundesregierung bitten, müssen sie staatliche Eingriffe bei Managergehältern, Bonuszahlungen, Ausschüttungen an Aktionäre, der Geschäftspolitik sowie Kreditvergabe in Kauf nehmen.

Sinn kritisierte diesen Ansatz. "Das deutsche Paket hat einen Konstruktionsfehler. Es ist verfehlt gewesen, die Gerechtigkeitsdebatte zu verquicken mit der Bankenkrise." Änderungen seien politisch kaum noch durchsetzbar. "Was man aber machen kann, ist eine Pflicht zur Annahme des Eigenkapitals nach englischem Muster einzuführen."

Die vom ifo Institut als "Kredithürde" erhobene Umfrage basiert auf 4000 Meldungen von Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Die Wirtschaftsforscher führen diese Befragung seit dem Frühjahr 2003 durch und wollen sie künftig monatlich veröffentlichen.

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