+
Dank des niedrige Eurokurses und anderen Faktoren erwarten Experten, dass sich der Ifo Geschäftsklimaindex weiter nach oben bewegen wird. Foto: Daniel Reinhardt/Archiv

Billiges Öl und schwacher Euro treiben deutsche Wirtschaft an

Der schwache Euro hilft der deutschen Industrie beim Export, der niedrige Ölpreis macht die Produktion günstiger und schmiert den Binnenkonsum. Kurz: Die Zeichen stehen auf Aufschwung. Doch es bleiben Risiken, warnen Volkswirte.

München (dpa) - Die deutsche Wirtschaft ist zum Frühlingsbeginn bester Stimmung. Niedrige Ölpreise und der schwache Euro schaffen gute Rahmenbedingungen für den Aufschwung. Entsprechend zuversichtlich schauen die Unternehmen auf die kommenden Monate - Krisen wie in der Ukraine oder Griechenland zum Trotz.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im März zum fünften Mal in Folge auf 107,9 Punkte. "Das ist der höchste Stand seit Juli 2014. Die Unternehmen waren wieder zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage", sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn am Mittwoch in München. "Die deutsche Wirtschaft expandiert weiter."

Der Ifo-Index wird monatlich durch die Befragung von rund 7000 Unternehmen ermittelt und gilt als eines der wichtigsten Frühwarninstrumente für die Konjunkturentwicklung - und derzeit geht es deutlich aufwärts.

"Das billige Öl senkt die Produktionskosten und sorgt für zusätzliche Kaufkraft bei uns und - abgesehen von den Ölförderländern - den meisten unserer Handelspartner", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Doch es gebe Risiken. "Das Grundtempo der Weltwirtschaft ist langsamer als vor der Krise, die Unsicherheit gerade in Europa weiter hoch."

Zusätzlich getrieben wird die Stimmung vom schwachen Euro. Gerade der exportorientierten Industrie hilft der Wechselkurs, wenn sie Waren außerhalb der Eurozone verkaufen will. Denn ihre Autos oder Maschinen werden auf den Weltmärkten günstiger - etwa in wichtigen Märkten wie Asien oder Amerika. Das bringt mehr Geld, erhöht aber auch die Nachfrage und damit wieder die Produktion.

"Auch der Einzelhandel profitiert von der Kauflaune der Deutschen. Sparen ist bei den niedrigen Zinsen unattraktiv, deshalb wird das Geld lieber ausgegeben", sagte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank. "Ein Wermutstropfen bleibt aber die insgesamt schwache Weltkonjunktur." Zudem gebe es in vielen Ländern Europas weiter viele Probleme. Insgesamt profitiere vor allem Deutschland von der Lage.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax schließt etwas leichter
Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich auch am Freitag vorwiegend zurückgehalten. Wie schon während der vergangenen zwei Handelstage …
Dax schließt etwas leichter
Zwei Milliarden Euro Schaden wegen Rastatter Bahnsperrung
Rastatt/Berlin (dpa) - Der Einbruch der Bahn-Tunnelbaustelle in Rastatt und die folgende Sperrung der Rheintalbahn haben nach einer Studie einen volkswirtschaftlichen …
Zwei Milliarden Euro Schaden wegen Rastatter Bahnsperrung
Stickoxid-Messstationen sollen überprüft werden
In vielen deutschen Städten werden hohe Stickstoffdioxidwerte gemessen. Doch sind die Werte korrekt? Die EU sagt: ja. Die Verkehrsminister wollen die Messungen …
Stickoxid-Messstationen sollen überprüft werden
VW-Abgasskandal: KBA muss Umwelthilfe Akteneinsicht gewähren
Erfolg für die Deutsche Umwelthilfe: Das Kraftfahrtbundesamt muss Schriftverkehr mit VW im Zusammenhang mit der Rückrufaktion im Abgasskandal herausgeben. Das Amt hatte …
VW-Abgasskandal: KBA muss Umwelthilfe Akteneinsicht gewähren

Kommentare