ifo-Index sinkt deutlich - Unternehmen zunehmend pessimistisch

München - Die Unternehmen in Deutschland blicken so pessimistisch in die Zukunft wie seit Jahren nicht mehr. Im Juli ging der Geschäftsklimaindex des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung von 101,2 auf 97,5 Punkte zurück und damit deutlich stärker als von Volkswirten erwartet.

"Diese Ergebnisse legen nahe, dass der konjunkturelle Aufschwung zu Ende geht", teilte der Präsident des ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, am Donnerstag in München mit.

Der ifo-Index gilt als wichtigstes Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft. Er wird jeden Monat aus einer Befragung von 7000 Unternehmen ermittelt. Bereits im Juni war der Index gesunken. Im Juli fiel er erstmals seit Ende 2005 unter die Marke von 100 Punkten. Die Firmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Lage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate nochmals deutlich schlechter als noch im Juni. Der Index für die Erwartungen sank von 94,6 auf 90 Punkte und erreichte damit den tiefsten Wert seit fast sechs Jahren. Der Lage-Index ging von 108,3 Punkte auf 105,7 zurück. "Die Unternehmen sind mit ihrer gegenwärtigen Geschäftslage spürbar weniger zufrieden", sagte Sinn. Neben der Industrie klagten im Juli auch Handel und Baugewerbe über schlechtere Geschäfte.

Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) geht von einer bevorstehenden Abkühlung der Konjunktur aus. "Der Aufschwung in Deutschland geht zu Ende", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf. Noch arbeiteten die Firmen ihre hohen Auftragsbestände ab. "Im nächsten Jahr droht die deutsche Wirtschaft jedoch empfindlich in die altbekannte Wachstumsschwäche zurückzufallen", sagte Schnappauf.

Mit einem Einbruch der Konjunktur ist aus Sicht von Ökonomen aber nicht zu rechnen. Für das zweite Halbjahr 2008 und Anfang 2009 sei zwar für die USA und für Deutschland mit einer schwachen konjunkturellen Dynamik zu rechnen. "Uns bleibt aber aller Voraussicht nach ein Einbruch der Konjunktur erspart und die Teuerungsraten werden sich gegen Ende 2008 zurückbilden", sagte der Chefvolkswirt der BayernLB, Jürgen Pfister.

Vor allem der Export als traditionelle Stütze der deutschen Industrie verliert der ifo-Befragung zufolge etwas an Dynamik. "Das Exportgeschäft wird nach Ansicht der Industrieunternehmen nicht mehr ganz so stark expandieren", sagte Sinn. Auch die Bereitschaft der Firmen, neues Personal einzustellen, lasse etwas nach.

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