Test-Ingenieur bei Porsche: Die deutschen Autobauer haben ihre F&E-Ausgaben im vergangenen Jahre spürbar eingedampft.
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Test-Ingenieur bei Porsche: Die deutschen Autobauer haben ihre F&E-Ausgaben im vergangenen Jahre spürbar eingedampft.

ifo Institut

Mitten in Corona-Pandemie: Unternehmen streichen ihre Forschungsausgaben zusammen

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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Viele deutsche Unternehmen haben angesichts des jüngsten Wirtschaftseinbruchs den Rotstift rausgeholt. Auch bei Forschung und Entwicklung drückten die Konzerne auf die Bremse.

München - Mitten in der Corona-Pandemie fährt die deutsche Wirtschaft ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung zurück. Der Anteil der F&E-Aufwendungen am Umsatz sank im vergangenen Jahr über alle Branchen auf 3,2 Prozent, teilte das Münchner ifo-Institut am Donnerstag mit. Zwischen 2016 und 2019 im Durchschnitt hatte diese Kenngröße noch bei 3,5 Prozent gelegen. Zudem sei in vielen Branchen der Umsatz gesunken. Dadurch war der Rückgang der investierten Summen noch stärker.

Zur Begründung verwies ifo-Forscher Klaus Wohlrabe auf die angespannte wirtschaftliche Lage bei vielen Unternehmen, vor allem in der ersten Jahreshälfte 2020. Es habe große Unsicherheit über das mögliche Ausmaß der Krise geherrscht. „Da blieb salopp gesagt, manchmal weniger Geld übrig, um es in die Forschung zu stecken“, erklärte Wohlrabe gegenüber Merkur.de. Viele Unternehmen hätten daher große Investitionsprojekte und Forschungsausgaben zunächst auf Eis gelegt. 

ifo Institut: Auto-Industrie tritt besonders kräftig auf die Bremse

Den größten Rückgang gab es ausgerechnet in der traditionell forschungsstarken Automobil-Industrie, die vor dem milliarden-schweren Umbau in Richtung E-Mobilität steht. Hier sank der Anteil von 6,9 auf 4,8 Prozent. Selbst die Pharmabranche, die wegen der Pandemie derzeit besonders im Blickpunkt steht, kürzte die Forschungsausgaben, und zwar von 7,2 auf 7,0 Prozent vom Umsatz. Der für Deutschland wichtige Maschinenbau und die Elektroindustrie konnten den Anteil mit einem minimalen Sinken um je 0,1 Punkte nahezu stabil halten.

Die Rückgänge schlugen sich auch beim Personal nieder. Der Anteil der Beschäftigten im Bereich Forschung und Entwicklung sank von 4,9 auf 4,2 Prozent. Insgesamt setzten die Unternehmen trotz der Rückgänge weiter auf Forschung und Entwicklung, sagte Wohlrabe. Sie könnten dies nicht vernachlässigen. Für die Zukunft rechnet er mindestens mit einer Stabilisierung der Investitionen. (dpa/utz)

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