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Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung: Alles Wissenswerte rund um das Münchner Institut

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Das ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V.
Das ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. © IMAGO / HRSchulz

Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung mit Sitz in München fokussiert sich insbesondere auf die angewandte Forschung. Mithilfe von Unternehmensbefragungen erstellt es Forecasts, Analysen und Indizes, die den Zustand der deutschen Wirtschaft aktuell abbilden.

München – Der ifo Geschäftsklimaindex gehört zu den bekanntesten Publikationen des ifo Institut für Wirtschaftsforschung. Die Institution hat ihren Hauptsitz im Viertel Bogenhausen in der bayerischen Hauptstadt München und eine Niederlassung im sächsischen Dresden.

ifo Institut für Wirtschaftsforschung: Gründung und Geschichte

Die Geschichte des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung geht das Jahr 1949 zurück. Bei der Gründung in München handelte es sich um einen Zusammenschluss von zwei Vorgänger-Einrichtungen: dem Süddeutschen Institut für Wirtschaftsforschung und der Informations- und Forschungsstelle für Wirtschaftsbeobachtung ifo.

Einer der zentralen Ideengeber der Ziele und Aufgaben des ifo war der damalige Bundeswirtschaftsminister und spätere Bundeskanzler Ludwig Erhard. Er legte den Grundstein für die bis heute zentral angewandte politikorientierte Wirtschaftsforschung des Instituts. Dieses nahm seinen Dienst mit drei Abteilungen auf:

Im Gründungsjahr war das ifo Institut für Wirtschaftsforschung eines der ersten, die in den Genuss einer gemeinschaftlichen Länderförderung für außeruniversitäre Forschungseinrichtungen kam. Ebenfalls eine Premiere war eine neuartige Methode für die Konjunktur- und Marktbeobachtung mithilfe von Unternehmensbefragungen. Sie wurde 1949 erstmals eingeführt und seit 1972 regelmäßig durchgeführt. Aus den jährlichen Konjunkturumfragen entsteht seitdem der ifo Geschäftsklimaindex. Er ist bis heute ein fester Bestandteil der Institutsaufgaben.

ifo Institut für Wirtschaftsforschung: Wer steckt hinter dem Institut?

Der Gründer und zugleich der erste Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung war Karl Wagner. Der promovierte Jurist und Präsident des Bayerischen Statistischen Landesamtes leitete das Institut bis zum Jahr 1955. Die weiteren Präsidenten im Überblick:

Seit 2016 ist Clemens Fuest Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung (Stand Oktober 2021). Fuest ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirates beim Bundesministerium der Finanzen.

Das ifo besteht als eingetragener Verein aus einer Mitgliederversammlung, dem Vorstand, einem Verwaltungsrat, einem Kuratorium und dem wissenschaftlichen Beirat. Fuest agiert als Vorsitzender des Vorstands, der vom Verwaltungsrat beaufsichtigt wird. Insgesamt sind rund 200 Mitarbeiter für die Organisation tätig.

ifo Institut für Wirtschaftsforschung: Welche Aufgaben übernimmt das ifo?

Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung versteht sich als Forschungseinrichtung für empirische wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Studien. Es stellt der Öffentlichkeit Daten, Forschungsergebnisse und Informationen zum Zustand der deutschen Wirtschaft zur Verfügung, mit dem Ziel, diese als Grundlage für wirtschaftliche Entscheidungen heranzuziehen. Fünf Handlungsfelder formuliert das ifo in diesem Zusammenhang:

Auf Basis der empirischen Forschungsergebnisse übernimmt das ifo Institut für Wirtschaftsforschung verschiedene Aufgaben in der Öffentlichkeit. So sorgt es dafür, dass die Informationen die jeweils relevanten Branchen erreichen, etwa über Presse- und Medienarbeit, Veranstaltungen und Fachpublikationen. Die Aufgaben des ifo im Einzelnen:

Der ifo-Geschäftsklimaindex

Monatlich befragt das ifo Institut für Wirtschaftsforschung deutsche Unternehmen zu ihrer wirtschaftlichen Lage und der zu erwartenden Entwicklung. Um die tatsächlichen Gegebenheiten möglichst realitätsgetreu abzubilden, werden die Antworten gewichtet: Große Unternehmen und wichtige Branchen zählen mehr.

Rund 20 Fragen gehen jeweils zum Monatsanfang an Betriebe aus den Branchen verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe sowie Groß- und Einzelhandel. Die Antworten sind vorgegeben: Entscheiden können sich die Teilnehmer zwischen einer „guten“, „befriedigenden“ oder „schlechten“ Wirtschaftslage sowie „günstigen“, „gleichbleibenden“ oder „ungünstigen“ Aussichten. Anhand der Antworten soll die Konjunkturentwicklung in Deutschland frühzeitig vorhergesagt werden.

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