Ifo: Starker Aufschwung hält an

- München -­ Deutschland befindet sich mitten in einem kräftigen Aufschwung, der 2005 begonnen hat und auch noch die nächsten zwei Jahre anhalten wird. "Wir sind außerordentlich optimistisch", sagte Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung in München.

Zuerst getrieben vom Export, sei jetzt auch die Binnenkonjunktur in Schwung gekommen und die Wende am Arbeitsmarkt erreicht.

Nachdem die Arbeitslosenzahl von fast fünf Millionen Menschen heuer auf 4,5 Millionen gesunken ist, erwartet Ifo 2007 eine weitere Verringerung auf 4,1 Millionen Arbeitslose. "Es könnte sein, dass wir 2008 den Trend nach oben -­ seit 1970 ist die Arbeitslosenzahl stetig angestiegen -­ nach unten durchbrechen und unter vier Millionen erreichen werden", sagte Sinn bei der Vorlage der Konjunkturprognose für das nächste Jahr.

Der Anstieg der Erwerbstätigkeit werde dabei im Wesentlichen durch einen Zuwachs von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen gestützt, dagegen seien Minijobs durch die Erhöhung der Abgabenpauschale merklich unattraktiver geworden, sodass 55 000 Menschen weniger einer geringfügigen Beschäftigung nachgingen als ein Jahr zuvor. "Im nächsten Jahr setzt sich der Beschäftigungsanstieg fort", sagte der Ifo-Präsident.

Obwohl der Anstieg der Löhne in den vergangenen Jahren sowohl im historischen als auch im internationalen Vergleich sehr niedrig war, warnt Sinn vor seiner Meinung nach zu hohen Lohnabschlüssen. Eine "beschäftigungsneutrale" Erhöhung der Löhne liege bei 2,2 Prozent. Die nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit und das im internationalen Vergleich immer noch hohe Lohnniveau erforderten weiter moderate Steigerungen, die unter dem europäischen Durchschnitt liegen.

Getragen werde der Boom nicht vom privaten Konsum, sondern von den Investitionen in Bauten und Ausrüstungen. Der Aufschwung bei den Investitionen sei seit 2004 zu beobachten und halte erfahrungsgemäß acht bis neun Jahre an.

Der Aufschwung werde auch nicht durch die massive Erhöhung der Steuern und Abgaben im nächsten Jahre abgewürgt. Ifo geht nach einem Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes von 2,5 Prozent in diesem Jahr, 2007 von plus 1,9 Prozent und 2008 dann von 2,3 Prozent aus. "Deutschland befindet sich in einer stabilen Hochdrucklage, die trotz der Gewitterfront im Frühjahr bis 2008 anhält", kommentierte Sinn die Mehrwertsteuererhöhung zum neuen Jahr.

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