ifo: Weltwirtschaftsklima trübt sich zum vierten Mal in Folge ein

München - Die weltweiten Inflationsängste haben die Stimmung in der Weltwirtschaft im dritten Quartal weiter abrutschen lassen. Zum vierten Mal in Folge gab der ifo-Indikator für das Weltwirtschaftsklima nach von 81,4 auf 73,4 Punkte, wie das ifo Institut für Wirtschaftsforschung am Mittwoch in München mitteilte.

Neben ungünstigeren Einschätzungen zur derzeitigen wirtschaftlichen Lage seien auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate weiter nach unten revidiert worden, berichtete ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Der Weltwirtschaftsklima-Index wird viermal jährlich über eine Befragung von mehr als 1000 Experten aus 92 Ländern ermittelt, die nach ihren Einschätzungen zur aktuellen Lage und den Aussichten für das nächste Halbjahr befragt werden. Aus beiden Werten ermittelt das ifo Institut den Index für das Weltwirtschaftsklima. Die Lage- Einschätzungen gingen demnach im dritten Quartal 2008 von 96,8 Punkten auf 85,8 Punkte zurück, der Erwartungs-Index verschlechterte sich von 66,7 auf 61,4 Punkte.

Vor allem in Westeuropa und Asien kühlte sich das Klima ab, dagegen ging es in den von der Finanzkrise gebeutelten USA nicht weiter abwärts. Während die derzeitige wirtschaftliche Lage in vielen westeuropäischen Ländern, darunter vor allem Finnland, Österreich, Deutschland und die Niederlande, noch als günstig beurteilt wurde, nahm der Pessimismus für die kommenden Monate für Westeuropa deutlich zu. Als schlecht beurteilten die Experten die aktuelle Situation vor allem in Italien, Spanien und in Großbritannien. "In den USA sind die wirtschaftlichen Erwartungen für die nächsten sechs Monate nicht mehr ganz so pessimistisch wie in der ersten Jahreshälfte", hieß es. Die aktuelle Situation der USA werde jedoch weiterhin negativ eingeschätzt.

Für alle Regionen lagen die Inflationserwartungen der Experten spürbar über den tatsächlichen Preissteigerungsraten im vergangenen Jahr. Daher gehen die Experten auch von einer Anhebung der Notenbankzinsen aus. Zu den Einschätzungen hätten auch die in den vergangenen Monaten hohen Ölpreise beigetragen, sagte ifo- Konjunkturexperte Gernot Nerb der Deutschen Presse-Agentur dpa. Da die Befragung Ende Juli abgeschlossen wurde, sei der zwischenzeitliche Ölpreis-Rückgang noch nicht eingeflossen. Es gebe die Hoffnung, dass die Geldpolitik wieder etwas mehr Spielraum gewinne, wenn die Inflationserwartungen den Gipfel überschritten haben, sagte Nerb.

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