Ifo-Index: Unternehmen schöpfen neuen Mut

- München - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich nach dem Ende des Irak-Krieges wieder verbessert. Der Geschäftsklimaindex für Westdeutschland stieg im Mai von 86,6 Punkte auf 87,6 Punkte, teilte das ifo Institut für Wirtschaftsforschung mit. Der Anstieg fiel deutlicher aus als von vielen Experten erwartet. Auch in Ostdeutschland äußerten sich die Unternehmen etwas positiver als noch im April. Damit haben sich die Chancen für eine konjunkturelle Belebung im zweiten Halbjahr verbessert.

Der Index-Anstieg resultiere aus den günstigeren Erwartungen der Unternehmen für die nächsten sechs Monate. Das Urteil zur aktuellen Geschäftslage habe sich hingegen verschlechtert.<BR><BR>Ifo-Chefvolkswirt Gernot Nerb sieht keine akute Gefahr für eine Deflation in Deutschland. "Ich halte das für eine gewisse Panikmache, die nicht begründet werden kann", sagte er. Der Rückgang der Inflationsrate auf 0,7 Prozent im Mai sei vor allem auf geringere Preise für einzelne Produkte zurückzuführen. Ein Rückgang der Preise auf breiter Front, der für eine Deflation charakteristisch ist, sei aber nicht zu erkennen. "Daher gehen wir auch nicht davon aus, dass die Verbraucher zum Angstsparen neigen werden." Bei einer Deflation halten sich die Verbraucher mit Neuanschaffungen zurück, da sie immer weitere Preissenkungen erwarten.<BR><BR>Das Bundesfinanzministerium hat nachdrücklich ein Ende der Debatte über eine mögliche Deflation verlangt. Die Diskussion sei "mit Sicherheit nicht zuträglich, sondern hat eher negative Auswirkungen", sagte ein Sprecher. Trotz der aktuell verbilligten Importe sieht die Regierung laut Müller auch weiterhin keinerlei Anzeichen für eine Deflation. Das Sinkende Ölpreise haben die Einfuhren nach Deutschland weiter verbilligt. Das Statistische Bundesamt hatte mitgeteilt, dass die Importpreise im April um 3 Prozent niedriger lagen als im Vorjahresmonat. Dies ist der stärkste Rückgang seit Juli 2002, als die Einfuhrpreise um 4,2 Prozent zurückgingen.<BR><BR>Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hält die Diskussion über eine Deflationsgefahr in Deutschland für verfehlt. Solche Ängste würden sich in Luft auflösen, sagte DIHK-Chefvolkswirt Axel Nitschke. Der DIHK sieht Anzeichen dafür, dass die konjunkturelle Entwicklung den Boden erreicht hat und es allmählich wieder aufwärts gehen könnte.

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