IfW: Rohölpreis von 100 Dollar möglich

- Berlin/Kiel - Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hält einen weiteren Anstieg der Rohölpreise auf mehr als 100 Dollar pro Barrel für denkbar. "Unter ungünstigen Bedingungen kann auch die 100-Dollar-Marke überschritten werden", sagte der Chef der IfW-Abteilung für Umwelt- und Ressourcenökonomie, Gernot Klepper. "Wir müssen uns nur vorstellen, dass die Weltwirtschaft um drei oder vier Prozent pro Jahr wächst, die Gewalt im Irak auf den wichtigsten Ölförderer Saudi-Arabien übergreift und sich die politische Lage in Russland verschlechtert."

Die Politik forderte Klepper auf, aus den hohen Energiepreisen Schlüsse zu ziehen. "Nach den Gesetzen des Marktes werden die Konsumenten von sich aus auf hohe Öl- und Benzinpreise reagieren, also ihren Verbrauch reduzieren. Die Politik wäre klug beraten, diese Anpassungsprozesse aktiv zu unterstützen." So könnte beispielsweise durch den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs die Abhängigkeit weiter Bevölkerungsteile vom Auto vermindert werden. Klepper betonte, dass aus seiner Sicht die hohen Ölpreise nicht dafür sprechen, wieder verstärkt auf Atomkraft zu setzen. "Ich persönlich denke, dass wir uns mit der Atomkraft ohne Not für viele Jahrzehnte auf eine Technik festlegen, die nur wenige Spezialisten beherrschen und bei der die Gesellschaft nach wie vor die Risiken nur schwer abschätzen kann."

Autofahrer sollten sich in den nächsten Monaten darauf einstellen, dass Benzin noch teurer werde. Experten gehen nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung (Samstagausgabe) davon aus, dass die Preise für Öl und Benzin im Sommer neue Höchstmarken erreichen.

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