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Die Metaller fordern 6,5 Prozent mehr Lohn.

Warnstreikwelle auf dem Höhepunkt

Stuttgart - Rund 160 000 Metaller sind dem ihrer Gewerkschaft gefolgt. Eine Lösung im verfahrenen Tarifkonflikt ist bisher nicht in Sicht. Die Arbeitgeber geben sich unbeeindruckt.

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie hat die Warnstreikwelle am Donnerstag ihren Höhepunkt erreicht. Insgesamt protestierten nach Angaben der IG Metall in Deutschland 115 000 Metaller für 6,5 Prozent mehr Geld. Schwerpunkt war der Tarifbezirk Bayern, wo 46 000 Menschen in 78 Betrieben ihre Arbeit niederlegten. In Nordrhein-Westfalen beteiligten sich knapp 17 000 Beschäftigte aus 113 Betrieben an den Aktionen, im Südwesten waren es mehr als 16 000 Metaller aus mehr als 40 Betrieben.

Baden-Württembergs IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann sagte, die Arbeitgeber erhielten nun die Quittung für ihre “Hinhaltetaktik“: “Die Botschaft unserer Kolleginnen und Kollegen lautet: Schluss mit den Pirouetten.“ Die Arbeitgeber bieten bisher 3 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 14 Monaten.

Seit dem Ablauf der Friedenspflicht am vergangenen Samstag sind in ganz Deutschland 160 000 Menschen dem Warnstreikaufruf der IG Metall gefolgt. Mit ihren Arbeitsniederlegungen wollen sie den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 8. Mai im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg angesetzt. Der ebenfalls mächtige Bezirk Nordrhein-Westfalen folgt am Freitag kommender Woche.

Arbeitgeber bleiben unbeeindruckt

Von den massiven Warnstreiks zeigte sich das Arbeitgeberlager allerdings unbeeindruckt. Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser betonte im rbb-Inforadio, dass alles über die bisherige Offerte hinaus die Betriebe überfordere. In der diesjährigen Tarifrunde sind Fronten insbesondere bei den qualitativen Forderungen der IG Metall nach unbefristeter Übernahme der Ausgebildeten und mehr Mitbestimmung beim Einsatz von Leiharbeitern verhärtet. Die Arbeitgeber wehren sich dagegen, weil die Forderungen aus ihrer Sicht Einschnitte in die unternehmerische Entscheidungsfreiheit darstellen. Zudem befürchten sie den Verlust der Leiharbeit als Flexibilisierungsinstrument.

Allein bei Audi in Neckarsulm (Baden-Württemberg) demonstrierten nach Gewerkschaftsangaben knapp 7000 Beschäftigte, vor dem Stuttgarter Porsche-Werk waren es rund 3000 Metaller. “Wir wollen keine Krümel haben, wir wollen ein großes Stück vom Kuchen haben“, verlangte Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück vor Arbeitern, ausgerüstet mit Fahnen, Trillerpfeifen und Transparenten. An die Adresse der Arbeitgeber sagte er in Anspielung auf einen möglichen unbefristeten Arbeitskampf nach Pfingsten: “Wenn ihr da nicht mitmacht, dann wird der Himmel dunkel, dann blitzt es.“

dpa

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