Gewerkschaft setzt auf Konfrontation

IG Metall: Ab Freitag wird bundesweit gestreikt

Berlin - Mit Ende der Friedenspflicht um 00.00 Uhr in der Nacht zum Freitag beginnen bundesweit Warnstreiks, wie verschiedene IG-Metall-Bezirke am Donnerstag ankündigten.

Im Tarifstreit der Metallindustrie setzt die Gewerkschaft auf Konfrontation. Mit Ende der Friedenspflicht um 00.00 Uhr in der Nacht zum Freitag beginnen bundesweit Warnstreiks, wie verschiedene IG-Metall-Bezirke am Donnerstag ankündigten. Ein neues, verbessertes Angebot der Arbeitgeber wies die Gewerkschaft erneut als Provokation ab.

Die Arbeitgeber boten 2,1 Prozent mehr Lohn in zwei Stufen bei einer Laufzeit von zwei Jahren an. Das sei völlig unzureichend, erklärte zum Beispiel die IG Metall Nordrhein-Westfalen. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Lohn.

Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger warnte bereits vor einer möglichen Verlagerung von Arbeitsplätzen. "Wer in einer konjunkturell schwierigen Phase überzogene Abschlüsse mit Gewalt durchsetzen will, verschärft die Verlagerungstendenzen", sagte er der "Welt" vom Donnerstag.

"Wir haben in der letzten Tarifrunde Warnstreik-Exzesse erlebt", klagte der Gesamtmetall-Präsident. "Wenn das neue Streikkonzept zu noch mehr Streiks führen würde, wäre das eine Katastrophe."

Nach dem neuen Streikkonzept kann die Gewerkschaft einzelne Betriebe für 24 Stunden lahmlegen, ohne vorher in einer Urabstimmung die Mitglieder zu befragen. Die Abstimmung ist für unbefristete Streiks nötig. Die gab es in der Branche zuletzt 2002.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Türkei verhängt Sanktionen gegen Produkte aus den USA
Wie du mir, so ich dir: Die Türkei reagiert auf weitere Sanktionen der USA mit Strafzöllen, unter anderem auf die Einfuhr von Autos und Alkohol. Der Konflikt mit …
Türkei verhängt Sanktionen gegen Produkte aus den USA
Umsatzsteuerkartell aufgeflogen - Betrug im größten Stil
Jahrelang wurde ermittelt. Nun wird ein Riesenerfolg im Kampf gegen Steuerhinterziehung vermeldet. Die Betrüger hatten es auf einen begehrten Rohstoff abgesehen. Der …
Umsatzsteuerkartell aufgeflogen - Betrug im größten Stil
Achtung, Krebsrisiko: Pharmahersteller ruft Blutdrucksenker zurück
Wegen einer Verunreinigung mit einem möglicherweise krebserregenden Stoff ruft der Münchner Pharmahersteller Aurobindo einen Blutdrucksenker zurück.
Achtung, Krebsrisiko: Pharmahersteller ruft Blutdrucksenker zurück
Schlimme Schikane-Vorwürfe gegen Aldi: Jetzt reagiert der Discounter
Das riecht nach Ärger: Mitarbeiter erheben im „Spiegel“ schwere Vorwürfe gegen Aldi. Jetzt hat der Discounter eine Stellungnahme dazu abgegeben.
Schlimme Schikane-Vorwürfe gegen Aldi: Jetzt reagiert der Discounter

Kommentare