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Benteler-Beschäftigte haben in Paderborn in der Nacht zum 1. Mai die Arbeit niedergelegt.

Mehr Druck im Tarifkonflikt

IG Metall startet mit Warnstreiks

Paderborn - Die Metall-Tarifrunden 2013 gehen in die heiße Phase. Die Gewerkschaft IG Metall will jetzt den Druck auf die Arbeitgeber deutlich erhöhen. Vizechef Wetzel gab in der Nacht den Startschuss zu einer bundesweiten Warnstreikwelle.

Die IG Metall verschärft im Tarifkonflikt in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie die Gangart. Mit dem Ende der Friedenspflicht in der Nacht zum Mittwoch rief die Gewerkschaft in Augsburg, München und im oberfränkischen Trabitz zu ersten Warnstreiks auf. Bis zur nächsten Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern am 8. Mai in Nürnberg will die IG Metall die Aktionen landesweit ausdehnen, kündigte die IG Metall am Mittwoch an.

An diesem Donnerstag soll der Druck zunächst mit Warnstreiks in 13 Betrieben erhöht werden. Schwerpunkte der Aktionen sind den Angaben zufolge ZF-Werke in Passau und Tyrnau sowie mehrere Werke der Firma Grammer in der Oberpfalz. Darüber hinaus gebe es vereinzelte Warnstreiks in Nordschwaben, Ostoberfranken, München und Schwandorf, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Insgesamt dürften im Laufe des Tages rund 3000 Beschäftigte vorübergehend die Arbeit niederlegen.

Die Aktionen sollen in den nächsten Tagen intensiviert werden. Mit dieser Taktik „der Nadelstiche“ werden die „Arbeitgeber in ganz Bayern die Wut und Enttäuschung der Beschäftigten über dieses mickrige Angebot zu spüren bekommen“, erläuterte Bayerns IG Metall-Chef Jürgen Wechsler. Die Gewerkschaft fordert wie in allen Tarifbezirken auch in Bayern 5,5 Prozent mehr Geld für die 770 000 Beschäftigten der wichtigsten Industrie im Freistaat. Die Arbeitgeber bieten 2,3 Prozent, allerdings bei einer längeren Laufzeit und zwei Nullmonaten.

„Die Beschäftigten sind verärgert über das unvernünftige Angebot der Arbeitgeber“, sagte Wechsler. Bei mehr als 50 Milliarden Euro Nettogewinnen der Unternehmen im letzten Jahr verweigerten sich die Arbeitgeber einer gerechten Beteiligung der Arbeitnehmer. Angesichts der längeren Laufzeit und der Nullmonate bringe das Angebot der Gegenseite gerade einmal 1,9 Prozent mehr Geld. „Das zeugt nicht von Verantwortung, sondern von einem unbesonnenen Handeln“, sagte Wechsler.

Die Arbeitgeber hingegen warnten die Gewerkschaft vor einem „Spiel mit dem Feuer“. In einem Brief hatte der Hauptgeschäftsführer des bayerischen Arbeitgeberverbands vbm, Bertram Brossardt, der IG Metall einen „Pakt der Vernunft“ vorgeschlagen. Der Erfolg der Industrie dürfe nicht durch überzogene Lohnforderungen gefährdet werden. „Deshalb brauchen wir zügige, aber besonnene Verhandlungen, die zu einem vernünftigen Tarifabschluss führen“, schrieb Brossardt.

dpa

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