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Rund 3000 Beschäftigte von MAN beteiligten sich gestern in München an den Warnstreiks. Heute soll die Arbeit zeitweise in 90 Betrieben in Bayern ruhen.

IG Metall: Täglich Warnstreiks bis Mitte Mai

München - Nach den Warnstreiks am Wochenende hat die IG Metall ihre Proteste ausgeweitet. Im festgefahrenen Tarifkonflikt will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber in den nächsten Tagen deutlich erhöhen

Das Wetter lud geradezu zum Arbeitskampf ein. Sonnenschein erwartete die rund 7400 bayerischen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie, die am Mittwoch für einige Stunden ihre Arbeitsplätze verließen. Die Proteste sind allerdings keine einmalige Aktion – im Gegenteil: In den kommenden zwei Wochen sind mehr als 300 Warnstreiks geplant, kündigte Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler an.

„Wir sind jetzt in der heißen Phase der Tarifrunde“, sagte Wechsler. Er forderte die Arbeitgeber auf, möglichst rasch wieder zu verhandeln. Das nächste Treffen sei auf Wunsch der Arbeitgeber erst für den 10. Mai in Fürstenfeldbruck vereinbart. „Ich habe den Eindruck, die Arbeitgeber spielen auf Zeit.“

Insgesamt 17 Betriebe hatte die IG Metall am Mittwoch zu Warnstreiks aufgerufen. Allein bei MAN in München beteiligten sich am Vormittag rund 3000 Beschäftigte. Bei Bosch-Siemens-Haushaltsgeräte in Dillingen protestierten rund 650 Mitarbeiter, bei Jungheinrich in Moosburg waren es 200 Beschäftigte. Heute soll die Arbeit in rund 90 Betrieben ruhen – darunter auch die großen BMW-Standorte in Bayern. Die Gewerkschaft rechnet mit 50 000 Teilnehmern. Bis Mitte Mai sollen mehr als 200 000 Beschäftigte mobilisiert werden.

Gibt es bis Pfingsten keine Einigung, will die Gewerkschaft die Verhandlungen für gescheitert erklären. Dann müssten die Beschäftigten über unbefristete Streiks abstimmen. Die IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Lohn. Zugleich kämpft die Gewerkschaft für mehr Mitsprache beim Einsatz von Leiharbeitern und eine unbefristete Übernahme der Auszubildenden. „Ohne eine Regelung zum Thema Leiharbeit wird es keinen Tarifabschluss geben“, betonte Wechsler erneut.

Die Arbeitgeber haben bisher drei Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 14 Monaten angeboten. „Auf ein Jahr umgerechnet gleicht dies nicht einmal die Inflation aus“, kritisierte Wechsler. Die Beschäftigten der Metallbranche hätten allerdings einen Anteil am Erfolg verdient. Auch beim Thema Leiharbeit forderte Bayerns IG-Metall-Chef Bewegung von den Arbeitgebern. Jeder fünfte Betrieb im Freistaat komme ohne Leiharbeit aus. Dies zeige, dass auch mit einer festen Stammbelegschaft flexibel produziert werden könne.

Scharfe Kritik an den Protesten äußerten Bayerns Arbeitgeber. „Die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie stellen eine Gefahr für die Unternehmen und die Arbeitsplätze dar“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands (vbm), Bertram Brossardt. Er warf der Gewerkschaft vor, die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zu gefährden. Über die Warnstreiks freue sich vor allem die ausländische Konkurrenz, so Brossardt. „Sie springen gerne ein und nutzen die Gelegenheit, Marktanteile dazuzugewinnen“, sagte der vbm-Hauptgeschäftsführer.

Steffen Habit

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