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Metall-Warnstreiks: Tausende BMW-Arbeiter im Ausstand

München - Tausende BMW-Beschäftigte haben ihre Arbeit am Donnerstag zeitweise ruhen lassen. Mit den Protesten bei dem Autohersteller erreichten die Warnstreiks in der Metallindustrie ihren ersten Höhepunkt.

Beim Autohersteller BMW standen die Bänder am Donnerstag zeitweise still. Mehr als 13 000 Beschäftigte in den großen Werken München, Dingolfing und Regensburg legten ihre Arbeit nach Angaben der IG Metall nieder. Auch in vielen anderen Betrieben protestierten die Beschäftigten für höhere Löhne. Bayerns IG-Metall Chef Jürgen Wechsler forderte bei einer Kundgebung in Nürnberg mit rund 6000 Teilnehmern erneut auch die Übernahme der Auszubildenden sowie die Einschränkung der Leiharbeit. Insgesamt zählte die Gewerkschaft bis zum Nachmittag mehr als 40 000 Teilnehmer bei Warnstreiks in knapp 70 bayerischen Betrieben.

Am BMW-Firmensitz in München zogen tausende Arbeiter der Frühschicht mit Trillerpfeifen und Transparenten vor die Werkstore. “Warnstreiks sind eine Form der Notwehr“, rief Münchens IG-Metall-Chef Horst Lischka der Menge zu und drohte mit unbefristeten Streiks, wenn bis Pfingsten keine Einigung mit den Arbeitgebern erzielt werde. Auch bei BMW werde dann gleich nach der Urabstimmung wieder gestreikt.

Zentrale Themen bei der Protestaktion waren neben der Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn auch die Einschränkung der Leiharbeit und die Weiterbeschäftigung der Auszubildenden. Immer wieder riefen die Beschäftigten dazu “Übernahme, Übernahme“.

Insgesamt erwartete die IG Metall im Laufe des Donnerstags mehr als 70 000 Teilnehmer in Bayern und damit deutlich mehr als in den vergangenen Tagen. Ein Schwerpunkt war Schweinfurt, wo in allen Großbetrieben die Arbeit zeitweise ruhen sollte. Allein in Raum Schweinfurt arbeiten der IG Metall zufolge rund 30 000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie.

In Unterfranken legten unter anderem die Beschäftigten des Automobilzulieferers ZF, des Kugellagerherstellers SKF, des Antriebstechnik-Unternehmens Bosch-Rexroth sowie des Maschinenbauers Schaeffler die Arbeit nieder. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich mehr als 5000 Menschen an den Demonstrationszügen und der Kundgebung in Schweinfurt. “Wir haben deutlich gemacht, dass wir - wenn es notwendig ist - einen langen Atem haben“, sagte Peter Kippes von der IG Metall Schweinfurt. Für Freitag kündigte er einen Auszubildendenstreik in der Mittagszeit an.

Auch in vielen anderen Betrieben in Bayern sind bis zum nächsten Tarifverhandlungstermin am 10. Mai weitere Warnstreiks geplant. Die Arbeitgeber hatten der IG Metall vorgeworfen, die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt durch die Proteste zu bremsen und der ausländischen Konkurrenz die Türen zu öffnen.

dpa

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