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Die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie gehen weiter.

Metaller streiken weiter - keine Einigung in Sicht

Bremen/Hannover - Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie ist bisher keine Einigung in Sicht. Die Warnstreiks gehen weiter, die Verhandlungen auch.

Begleitet von weiteren Warnstreiks haben die Tarifpartner in der Metall- und Elektroindustrie am Mittwoch in mehreren Bezirken ihre Verhandlungen fortgesetzt. Im möglichen Pilotbezirk Baden-Württemberg war der bundesweite Auftakt zur vierten Verhandlungsrunde am Vorabend ohne Ergebnis geblieben. Eine Expertenkommission soll dort einen Kompromiss ausloten.

Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser erhofft sich von der Kommission, dass sie die Tarifverhandlungen “versachlichen“ kann. Einen möglichen Streik fürchte er jedoch nicht. Falls es nicht zu einer Einigung komme, “dann geht es eben nicht, und dann muss es eben einen Arbeitskampf geben“, sagte Kannegiesser am Mittwoch dem Südwestrundfunk.

Knackpunkte in der Tarifauseinandersetzung sind die von der IG Metall geforderte unbefristete Übernahme der Ausgebildeten und mehr Mitbestimmung bei Leiharbeit. Das lehnen die Arbeitgeber ab. Der Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn steht bisher ein Angebot von drei Prozent gegenüber. Die Arbeitgeber hätten von Anfang an gesagt, sie fühlten sich von den Wünschen der Gewerkschaft “überfordert“, meinte Kannegiesser auf SWR2.

In Hannover forderte IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine am Mittwoch die Arbeitgeber vor der Tarifrunde für die rund 80 000 Beschäftigten in Niedersachsen erneut auf, ein besseres Angebot vorzulegen. Andernfalls würden die Warnstreiks noch einmal ausgeweitet. In der Innenstadt versammelten sich nach Gewerkschaftsangaben rund 1500 Beschäftigte aus 12 Betrieben, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Für die rund 140 000 Beschäftigten im Tarifbezirk Küste mit den norddeutschen Bundesländern begann am Vormittag in Bremen die vierte Verhandlungsrunde. “Wir hoffen, dass wir vor allem bei den inhaltlichen Themen vorankommen“, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Meinhard Geiken vor Beginn der Gespräche. Für Donnerstag ist nach Gewerkschaftsangaben ein Küstenaktionstag mit Kundgebungen in mehreren Städten geplant. Die Tarifverhandlungen für Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und das Saarland sollten am Nachmittag beginnen.

In Baden-Württemberg mit seinen 800 000 Beschäftigten in der Branche waren die Gespräche am Dienstagabend ohne Ergebnis geblieben. Dort soll jetzt eine Expertenkommission bis zum 15. Mai Wege aus dem Konflikt weisen. Sollte die Kommission scheitern und in der Woche vor Pfingsten keine Einigung erzielt werden, würde die Streik-Maschinerie in Gang gesetzt, warnte IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hoffmann.

dpa

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