"Ihr müsst Aufsehen vermeiden"

- München - Die Zukunft von Helmut Panke und die von BMW wird in einer sehr speziellen Sphäre entschieden. Denn die Aktiengesellschaft ist in mancher Hinsicht ein Familienunternehmen. 46 Prozent der BMW-Anteile hält die notorisch verschwiegene Familie Quandt, deren Vermögen auf 20 Milliarden Euro geschätzt wird. Mit Susanne Klatten und Stefan Quandt sitzen zwei Vertreter der Familie im BMW-Aufsichtsrat, dem Ex-Vorstandschef Joachim Milberg vorsitzt. Ohne sie läuft bei wichtigen Personalfragen nichts.

Das Votum der Quandts kann unverhofft ausfallen wie vor sieben Jahren, als wegen des katastrophalen Flops mit der damaligen Tochter Rover in Großbritannien nicht nur der heutige VW-Chef Bernd Pischetsrieder seinen Hut nehmen musste, sondern auch der damals als Nachfolger geltende heutige Linde-Chef Wolfgang Reitzle. Dieser sei auch an seinem gesellschaftlichen Auftreten gescheitert, hieß es seinerzeit aus dem Umfeld der Familie Quandt. Die legt für ihre Vorstände bei Dax-Konzernen eigene Verhaltensmaßstäbe zu Grunde, zu denen auf alle Fälle Loyalität gegenüber dem amtierenden Vorstandschef zählt. Die langjährigste Loyalität als Vorstandschef wurde Eberhard von Kuenheim zuteil, der das Steuer 1993 - nach 23 Jahren im Amt - an Pischetsrieder übergab und dann in den Aufsichtsrat wechselte.

Die BMW-Familie bleibt im Vorfeld der morgigen Aufsichtsratssitzung gewohnt diskret. "Ihr dürft nie etwas sagen, müsst Aufsehen vermeiden und nie jemanden in eure Karten schauen lassen", soll Dynastie-Gründer Günther Quandt seinen Nachfolgern einmal mit auf den Weg gegeben haben. Bis heute beherzigen sie diesen Rat.

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