IKB-Aktien rutschen ab - Rettung der Mittelstandsbank immer teurer

-

Frankfurt/Main (dpa) - Der Absturz der Mittelstandsbank IKB wird zu einem immer größeren Risiko für die staatliche KfW-Gruppe und die deutsche Kreditwirtschaft. "Mit dem Wissen von heute über die eingetretenen Marktverwerfungen hätten wir die Rettungsaktion nicht gemacht", sagte KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier in der "Süddeutschen Zeitung".

Noch sei nicht klar, ob noch weitere Risiken bei der IKB auftreten würden. Die KfW habe ihre Beteiligung inzwischen um 400 Millionen Euro abschreiben müssen. Die IKB-Aktie rutschte am Montag kräftig ab. Im Tagesverlauf fiel der Kurs um gut sechs Prozent auf 7,48 Euro in einem insgesamt schwachen Marktumfeld.

Die IKB war durch die Krise um faule US-Immobilienkredite in eine existenzbedrohende Lage geraten. Um das Institut zu retten, sprang die KfW Ende Juli ein. Daneben beteiligte sich fast die gesamte deutsche Kreditwirtschaft an einem milliardenschweren Rettungspaket.

"Wir haben unsere 38-prozentige Beteiligung an der IKB um 400 Millionen Euro abgeschrieben", sagte die KfW-Chefin der SZ. Die Förderbank musste zur Risikovorsorge einen Betrag von inzwischen 4,95 Milliarden Euro zurücklegen. Eine Prognose, ob noch weitere Risiken hinzukämen, sei für alle Banken schwer. "Es kann sein, dass es weniger wird als fünf Milliarden Euro, aber auch mehr, falls sich das Marktumfeld weiter verschlechtert", sagte Matthäus-Maier der Zeitung.

Sollten weitere Risiken bei der IKB auftreten, will Matthäus-Maier auch andere Anteilseigner in die Pflicht nehmen, die bislang geschont wurden. Mehr Geld werde die KfW nicht zur Verfügung stellen.

Die US-amerikanische IKB-Zweckgesellschaft Rhineland Funding hatte sich mit schlecht abgesicherten Zinspapieren auf dem US- Hypothekenmarkt verspekuliert und die IKB in die Krise gestürzt. Die bisherigen Belastungen stemmte die KfW nach Angaben ihrer Chefin aus dem Fonds für allgemeine Bankenrisiken.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zypries: Steuersystem muss wettbewerbsfähiger werden
Berlin (dpa) - Das deutsche Steuersystem muss aus Sicht von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) auch als Reaktion auf die Steuerreform in den USA …
Zypries: Steuersystem muss wettbewerbsfähiger werden
Angebotsfrist für insolvente Airline Niki endet
Korneuburg (dpa) - Das Rennen um die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki geht in die wohl entscheidende Runde. Bis Freitag um Mitternacht hatten Bieter eine zweite …
Angebotsfrist für insolvente Airline Niki endet
Turbulente Hauptversammlung bei Thyssenkrupp
Nachdem Großinvestor Cevian schon mit Zerschlagungsforderungen für Zündstoff gesorgt hatte, wurde die Strategie von Thyssenkrupp auch auf der Hauptversammlung harsch …
Turbulente Hauptversammlung bei Thyssenkrupp
US-Platzhirsch nimmt deutschen Markt ins Visier
Es ist die Zukunft oder der schlimmste Alptraum - je nachdem, welches Verhältnis man zu Autos hat. Auf speziellen Plattformen im Internet können Privatleute ihre …
US-Platzhirsch nimmt deutschen Markt ins Visier

Kommentare