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Abzocke? IKEA erzürnt Kunden: „Eine absolute Frechheit“

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Von: Patrick Freiwah

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Ikea: Das Einrichtungshaus hat derzeit wegen hoher Lieferkosten Ärger mit seinen Kunden.
Ikea: Das Einrichtungshaus hat derzeit wegen hoher Lieferkosten Ärger mit seinen Kunden. © Francis Joseph Dean/Imago

Die Möbelhauskette IKEA ist eine populäre Anlaufstelle, wenn es um die Einrichtung der eigenen Wände geht. Aktuell gibt es jedoch Wirbel - das Unternehmen nimmt Stellung.

Hofheim/München - In Zeiten der Corona-Pandemie erwirtschaften große Unternehmen wie IKEA wesentlich mehr durch den Versand von Artikeln. Einkaufen in den Filialen ist schließlich immer noch nicht bzw. nur eingeschränkt möglich, zum Beispiel im Rahmen von Click & Collect. Wenig überraschend ist auch, dass es bei einer Flut von Bestellungen nie allen Kunden recht gemacht werden kann. (Verfolgen Sie unsere Wirtschaftsberichterstattung auf unserer LinkedIn-Unternehmensseite und diskutieren Sie mit.)

IKEA verärgert Kunden mit Lieferkosten - „NIRGENDWO schlimmere Online-Einkäufe“

Seit einigen Monaten erntet IKEA wütende Reaktionen, weil bei den Lieferkosten vermeintlich zu tief in die Tasche gegriffen wird. Auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter sammeln sich empörte Kommentare von Kunden, die für eine Warensendung 39 Euro zusätzlich bezahlen:

Was hat es mit den mehrfach erwähnten 39 Euro Lieferkosten nach Bestellung im Online-Shop auf sich? Die Gebühren kommen dann zustande, wenn eine Spedition die Ware vor Ort anliefert. IKEA reagierte auf einzelne Threads mit folgenden oder ähnlichen Worten: „Aus logistischen Gründen kann es bei manchen Artikeln zeitweise zu Abweichungen in der Art der Zustellung als auch der Frachtpreise kommen. Am besten du versuchst es zu einem späteren Zeitpunkt nochmal.“

Was meint das schwedische Unternehmen damit? Wir möchten es genauer wissen und starten eigene Versuche. Diese finden auf der Internetplattform von IKEA statt und ergaben durchweg niedrigere Versandgebühren, hier ist auch kein Spediteur involviert.

IKEA sorgt für Unmut wegen hoher Lieferkosten - Presseabteilung bezieht Stellung

In unserem Fall handelt es sich um Ballungsgebiete wie München und Hamburg, auch kleinere deutsche Städte werden jedoch günstiger beliefert. Es scheint sich also zweifellos um eine logistische Angelegenheit zu handeln. Wir haben die Presseabteilung des Möbelriesen um eine Stellungnahme gebeten. Das steckt hinter den unterschiedlichen Lieferkosten:

IKEA erläutert zunächst Verständnis zu haben, „dass die in Ausnahmefällen vorgeschlagenen Lieferkosten einiger kleiner, niedrigpreisiger Artikel unverhältnismäßig scheinen.“ Wie das Unternehmen ausführt, prüfe das Onlinesystem automatisch, in welchem Versandlager des Handelsriesen die bestellte Ware vorrätig ist. Ein Unterfangen, das bei Onlinekäufen in entlegenere Gebiete eine größere Herausforderung darstellt. Auch die Online-Lieferbranche für Lebensmittel erlebt in Corona-Zeiten übrigens einen Boom.

„Ist ein Artikel nicht in unserem Paketzentrum verfügbar, bietet das System eine Lieferung per Spedition an. Die Lieferkosten werden dann automatisch entsprechend der angebotenen Versandart – in diesem Fall Speditionslieferung – ausgewiesen“, so der Wortlaut. Warum kleinere Artikel dann nicht als DHL-Paket versendet werden? Das führt IKEA gegenüber Merkur.de nicht aus, Kunden werden stattdessen gebeten, es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu versuchen. Darüber hinaus gibt es aus dem Hause IKEA einen Rückruf zu vermelden.

Hohe Liefergebühren bei IKEA? Kunden können Artikel auch selbst abholen

Alternativ haben Kunden der Einrichtungskette natürlich die Möglichkeit, per Click & Collect die Artikel selbst in den Niederlassungen abzuholen. Laut Firmen-Website gibt es in Deutschland aktuell 53 Standorte. Die Alternative „Click & Collect“ ist für manche Kunden jedoch auch nicht die optimale Lösung, denn auch hier fallen Gebühren an*.

Währenddessen beschäftigte sich eine Untersuchung kürzlich mit den Preis-Leistungs-Siegern von Marken und Händlern. Auch die wohl bekannteste Möbelhauskette der Welt wurde unter die Lupe genommen:

Video: Das sind die Preis-Leistungs-Sieger

Kürzlich wollte der Einrichtungsgigant das Einkaufen im Hinblick auf Corona sicherer machen. Bei einigen Verbrauchern kam das jedoch gar nicht gut an. Sie sitzen lieber auf „Bananenkisten“. Unser kostenloser Wirtschafts-Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit relevanten News. Hier geht es zur Anmeldung. (PF) *ruhr24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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