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Bei Ikea wird jetzt sogar der Bestseller knapp

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Von: Franziska Schwarz

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Blick in einen Flur mit Hochregalen in einer Ikea-Filiale.
Das Modell „Billy“ ist laut einem Bericht in den Ikea-Filialen knapper geworden. © Manuel Geisser/Imago

Ein Kult-Möbelstück wird einem Bericht zufolge in den Filialen knapp. Der schwedische Möbelkonzern habe aber zwei Gegenstrategien.

Älmhult - „Billy“ wird knapp. Nicht nur Studenten wissen, von welchem Kult-Regal hier die Rede ist. 1979 kam es in das Sortiment von Ikea. Der schwedische Möbelkonzern schreibt auf seiner Webseite, „seit 1999 bis heute“ habe er fast 78 Millionen Mal ein „Billy“ verkauft.

Doch der Business Insider stellte jüngst fest, dass „Billy“ nur noch „vereinzelt oder gar nicht“ verfügbar ist – zumindest in den Filialen. Eine Nachfrage des Wirtschaftsmagazins bei der Ikea-Pressestelle ergab: Schuld ist Corona. Der Grund: „Während der Pandemie im vergangenen Jahr haben die weltweiten Seetransportkapazitäten alle Unternehmen, die vom Seetransport abhängig sind, vor Herausforderungen gestellt – so natürlich auch Ikea.“

„Billy“-Regal weniger verfügbar: Corona stellt auch Ikea vor Herausforderungen

Heißt konkret, laut Ikea: Überlastete Häfen und eine „historisch hohe“ Nachfrage haben 2020 zu Einschränkungen geführt. Der Materialmangel führt dann wohl zu weniger Billys.

Dabei konnte Deutschland laut BI 2020 von der Holzknappheit zunächst profitieren. Es exportierte demnach eine Rekordmenge von 12,7 Millionen Kubikmetern Rohholz schreibt das Portal unter Berufung auf das Statistische Bundesamt. Vor allem nach China und in die USA.

Rohstoff-Krise „Do-It-Yourself“-Boom in der Corona-Krise

Für Holz ist Bundeslandwirtschaftsministerium zuständig. Das nannte dem Bericht zufolge mehrere Gründe für die besonders hohe Nachfrage, etwa eine Sonderkonjunktur im Holzbau und ein „Do-It-Yourself“-Boom im Corona-Lockdown.

Der Bericht hat für Billy-Fans aber auch gute Nachrichten. Ikea habe mitgeteilt, dass es das Sortiment online und in den Einrichtungshäusern „priorisiere“ – und gleichzeitig eigene Container kaufe oder zusätzliche Schiffe miete. Dadurch hätten sich die Engpässe bereits gebessert. Außerdem sei das Modell „Billy“ nur indirekt betroffen, da es in Schweden produziert werde.

Materialmangel bremst deutsche Industrie - Institute senken Prognosen

Das Problem betrifft aber nicht nur Ikea, und nicht nur den Rohstoff Holz. Elektronik-Chips, Stahl, Verpackungsmaterial - die Liste fehlender Vorprodukte für die Industrie ist lang. Jetzt schlägt sich der Materialmangel auch in den Prognosen der Wirtschaftsforscher nieder.

Der Materialmangel in der deutschen Industrie hat sich dem Ifo-Institut zufolge weiter verschärft. Immer mehr Unternehmen gäben ihre gestiegenen Einkaufspreise an ihre Kunden weiter. „Die Beschaffungskrise stellt eine reale Gefahr für den Aufschwung dar“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe.

Bei der monatlichen Konjunkturumfrage des Instituts berichteten im August 69 Prozent der Industriefirmen über Engpässe und Probleme bei Vorprodukten und Rohstoffen - nach 64 Prozent im Juli ein Höchststand. Halbleiter und Mikrochips fehlten bei 91,5 Prozent der Autohersteller und -zulieferer und bei 84 Prozent der Hersteller elektrischer Ausrüstungen. Über die Marktlage bei Holz klagten 86 Prozent der Möbelhersteller. (frs mit Material der dpa)

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