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Einige Ikea-Kunden haben nicht mehr alle Tassen im Schrank. 

„Hemnes“-Regale

Viele Scherben und ein versauter Spruch - geht diese Ikea-Aktion nach hinten los?

Mit einer kostenlosen Austauschaktion von Einzelteilen reagiert Ikea auf Beschwerden bei „Hemnes“-Regalen. Aber nicht nur der kecke Werbeslogan führt zu Erregung bei den Kunden. 

München - Sehr viel zerbrochenes Geschirr ist aktuell in den Posts von Ikea-Kunden auf Facebook zu sehen. Lieblingstassen, Erbstücke, Frühstücksgeschirr.... alles in Scherben. Zuvor hatte Ikea auf Facebook eine Austauschaktion bekannt gegeben: Die Stifte zur Fixierung bei zwischen 2011 und 2017 verkauften Regalen und Vitrinen des Typs „Hemnes“ seien derzeit kostenlos gegen längere Fixierstifte austauschbar. 

Denn, so gesteht das Unternehmen auf Facebook, es habe vereinzelt Kundenbeschwerden über heruntergefallene Regalböden erhalten. Ikea kündigt die Austauschaktion ohne Schuldeingeständnis, dafür aber mit einem kessen Spruch an: „Manchmal kommt es eben doch auf die Länge an.“ Der Beitrag wurde innerhalb weniger Tage 190 Mal geteilt und knapp 1500 Mal kommentiert (Stand 7. Juni 13.23 Uhr). 

„Hemnes“-Regale: Ikea reagiert mit längeren Stiften zur Fixierung

Allerdings erntet Ikea für seine kostenlose Austauschaktion auf Facebook nicht nur freundliche Smilies. Vor allem für Nutzer, deren Geschirr in Scherben endete, scheint die gutgemeinte Aktion nur ein schwacher Trost: „Mir ging es vor zwei Jahren so, als ich gerade die schönen Sektgläser meiner Oma in die Vitrine gestellt hatte. Von denen ist leider keins mehr ganz und sie sind auch leider nie wieder zu ersetzen“, teilt eine Kundin ihr Leid auf Facebook. 

Sie werde sich die neuen Stifte auf jeden Fall holen, schrieb die Kundin. Ikea reagierte mit einem lapidaren „Oh je“ und einem Zwinkersmiley. Das fand die Kundin aber gar nicht witzig: „Die Reaktion verstehe ich nicht ganz. Da mir das wirklich passiert ist, kann ich wenig darüber zwinkern oder schmunzeln.“

Daraufhin hält sich Ikea bei den weiteren Scherben-Posts zurück. Unter den fotografisch dokumentierten Verlusten finden sich unterdessen Sammeltassen und weitere Erbstücke. Ein Nutzer gibt bei Facebook an, er habe nicht nur Geschirr im Wert von 150 Euro verloren, als ihm drei der obersten Regalbretter „entgegengekommen“ seien. Auch habe er zwei Glasschnitte am linken Bein ambulant behandeln lassen müssen. Sollten sich solche Beschwerden häufen, könnte die salopp formulierte Aktion auch nach hinten losgehen. 

Ikea: „Hemnes“ Regale und Vitrinen erhalten längere Fixierstifte

Viele der Ikea-Facebook-Fans reagierten aber auch auf den flapsigen Spruch zur Umtauschaktion, „manchmal kommt es eben doch auf die Länge an“. So äußerte sich eine Nutzerin auf die Austauschaktion der Fixierstifte auf Facebook süffisant: „Die Behauptung, es käme nicht auf die Länge an, wurde nur aus Mitgefühl in die Welt gesetzt.“ Sie scheint damit auf Ikeas unterschwellige Anspielung auf das männliche Geschlechtsorgan einzugehen. Schließlich ergab die 2014 veröffentlichte Universitäts-Studie in Kalifornien, dass es Frauen im Bett weniger auf die Länge als auf die Größe ankomme.

Ikea: „Manchmal kommt es eben doch auf die Länge an.“

Für ihre Schlagfertigkeit erhält die kesse Kommentatorin auch gleich Lob einer weiteren Facebook-Nutzerin: „Klasse Reaktion - ich feiere Dich gerade!“ Und auch einige Herren gehen auf diesen Kommentar ein - geben sich aber eher gekünstelt erschrocken. „Verflixt“, schreibt einer. „Ich wusste es“, ein anderer und fügt einen erschrockenen und blau angelaufenen Smiley hinterher. 

Zudem sorgt eine IKEA-Kündigung wegen Bibelzitaten für Aufsehen in Polen. Die Katholische Kirche reagierte empört.

Das schwedische Möbelhaus Ikea ist nicht nur für seine teils sündigen Produkte, sondern auch für seine außergewöhnlichen Werbekampagnen bekannt - so können Kunden ihre Wohnung jetzt mit Ikea-Möbeln so einrichten wie Wohnzimmer in einigen beliebten TV-Shows aussehen. 

Zuletzt hatte Ikea seine Kunden mit einer revolutionären Neuerung begeistert. Eine andere Änderung hingegen blieb bei den Kunden zunächst unbemerkt

Ikea will jetzt die Gaming-Community für sich gewinnen: Der schwedische Möbelkonzern plant eine komplette Kollektion für Computerspieler, „Uppkoppla“ soll sie heißen.

Ein Kölner hat bei Ikea seinen Hausstand umgetauscht. Er nutzte dabei ein Versprechen aus, das ihm das Möbelhaus einst gemacht hat.

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