ILA: Airbus und Eurocopter wollen an Amerika vorbeifliegen

- Berlin - Der zweite Tag der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA war der Tag der Europäer. Airbus und der Hubschrauberhersteller Eurocopter stellten sich gegenüber der US-amerikanischen Konkurrenz als Markt- und Technologieführer dar - und meldeten zum Beweis volle Auftragsbücher.

<P>Airbus ist nach eigenen Angaben mit seinen kleineren Maschinen zum bevorzugten Hersteller bei Billigfliegern geworden. Es gebe 400 Bestellungen aus allen Kontinenten, sagte Airbus-Chef Noë¨l Forgeard auf der ILA. 256 Airbus-Flugzeuge seien bereits im Dienst bei diesen Gesellschaften. Neuester Fisch an der Angel ist die US-amerikanische Gesellschaft Spirit Airlines. Wie Forgeards Vorstandskollege John Leahy bekannt gab, werden die Amerikaner elf A319- und vier A320-Maschinen kaufen. Schon zuvor hatten sie einen Leasingvertrag über 20 A321 unterschrieben. Ab dem Jahr 2008 will Spirit eine reine Airbus-Flotte besitzen, den alten MD-80-Maschinen droht dann der Schrottplatz.</P><P>Airbus für Billigflieger</P><P>Experten bewerten den Handel als einen der größten Verkaufserfolge von Airbus in diesem Jahr. Denn bislang war der nordamerikanische Billigfliegermarkt vom Rivalen Boeing beherrscht. Entsprechend gelassen gab sich Forgeard hinsichtlich der wieder aufkommenden Boeing-Konkurrenz mit dem Dreamliner 7E7. Die 7E7 sei die Antwort auf die A330-200, für die es keine ernst zu nehmende Konkurrenz gebe.</P><P>Für den Riesen-Airbus A380 sagte Forgeard den Jungfernflug für das erste Quartal 2005 voraus. Die ersten Linienflüge in den Farben der Singapore Airlines seien für das zweite Quartal 2006 geplant. Zu den 129 festen Bestellungen von elf Kunden, darunter der Lufthansa, solle bis 2006 ein Kunde jährlich dazukommen, prognostizierte Forgeard. Airbus sei in Verhandlungen mit vier Gesellschaften, deren Namen er allerdings nicht nennen wollte.</P><P>Aufträge für Eurocopter</P><P>Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) bekam auf der ILA erstmals den Militärhubschrauber NH 90 in der Luft zu sehen. Die Bundeswehr hat 80 Exemplare des Helikopters bestellt und eine Option auf 54 weitere erworben. Struck sagte nach der Präsentation, man werde trotz aller Haushaltsprobleme an dem 4,5-Milliarden-Auftrag festhalten. "Die Bundeswehr benötigt den NH 90 dringend", erklärte er.</P><P>Nach Überzeugung des Herstellers Eurocopter - einem Gemeinschaftsunternehmen der Industrie in Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Portugal - könnte sich der Hubschrauber zu einem Exportschlager entwickeln. Schon jetzt würden insgesamt 325 Bestellungen aus neun europäischen Staaten vorliegen, sagte der Chef von Eurocopter, Fabrice Bré´gier. In scharfem Wettbewerb vor allem mit US-Herstellern rechnet er sich aber auch Chancen in anderen Ländern, unter anderem Saudi-Arabien, Oman, Singapur, Japan, Australien und Neuseeland aus. "Der NH 90 bringt uns an die Spitze der internationalen Lieferanten im militärischen Markt, der bisher durch amerikanische Hersteller beherrscht wurde", meint Brégier.</P><P>Turbo von Grob</P><P>Auf der ILA ist erstmals das Geschäftsreiseflugzeug Ranger G 160 der Grob-Werke zu sehen. Die einmotorige Turboprop-Maschine ist vollständig aus Kohlefaser gefertigt und damit als erstes seiner Klasse aus Kunststoff. Der Flieger macht bis zu 500 Kilometer in der Stunde und bietet acht Passagieren Platz.<BR>Die Technische Universität Berlin präsentierte auf der Messe ein flugfähiges Hybrid-Luftschiff. Es vereine die Vorteile von Luftschiff und Flugzeug und stelle so eine Alternative zu bisherigen Luftverkehrsmittel dar, heißt es im Messebericht. Daraus würden sich neue Anwendungsgebiete in der Luftfahrt ergeben. Wasserstoff gilt bei Experten in vielen Bereichen der Luftfahrt als zukunftsträchtige Energie.</P>

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