EU prüft Regeln

Illegale Steuervorteile für Amazon?

Luxemburg - Die EU-Kommission interessiert sich wohl für mögliche Steuervorteile für den US-Versandriesen Amazon in Luxemburg. Geprüft werden solle, ob gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstoßen werde.

Die Kommission habe von Luxemburg, wo Amazon seine Europa-Zentrale hat, Informationen zur von dem US-Konzern zu zahlenden Unternehmenssteuer angefordert, berichtete die Wirtschaftszeitung "Financial Times" am Freitag.

Ein Kommissionssprecher in Brüssel sagte auf Anfrage lediglich, die Kommission sammle "weiterhin Informationen zu den Steuerpraktiken in mehreren Mitgliedsstaaten". Angaben zu einzelnen Unternehmen wollte der Sprecher nicht machen.

Anfang Juni hatte die EU-Kommission wegen der Steuerspar-Praktiken multinationaler Konzerne in Europa förmliche Wettbewerbsverfahren eingeleitet, dabei geht es um den Smartphone- und Computerhersteller Apple in Irland, die Kaffeehaus-Kette Starbucks in den Niederlanden und Fiat Finance and Trading in Luxemburg.

Große Konzerne nutzen die Steuerregeln in den verschiedenen Ländern so aus, dass sie möglichst wenig Steuern zahlen, etwa durch Geldströme zwischen Tochterunternehmen. Die Ausnutzung solcher Regeln ist nicht verboten. Die EU-Kommission prüft vielmehr, ob Staaten bestimmte Konzerne bei den Steuern besonders begünstigen. Dann könnte es sich indirekt um staatlichen Hilfen handeln, die gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstoßen.

afp

Rubriklistenbild: © AFP

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Erholung im Dax nimmt Tempo auf
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Dienstag an seine Vortageserholung angeknüpft. Nach einem zögerlichen Start legte der deutsche Leitindex schrittweise weiter zu und …
Erholung im Dax nimmt Tempo auf
Zinswetten-Prozess: Bewährungsstrafen für Ex-OB und Kämmerin
Es ist der juristische Schlussakt einer Finanzaffäre, die weit über Pforzheim hinausgeht. Mit modernen Methoden wollen Wirtschaftsprofis die Kommune am Nordrand des …
Zinswetten-Prozess: Bewährungsstrafen für Ex-OB und Kämmerin
SPD-Chef Schulz attackiert Siemens
Siemens plant einen massiven Stellenabbau - das hat längst auch die Politik erreicht. Nun legt der SPD-Chef nach. Und bei Siemens tobt weiter ein interner Streit.
SPD-Chef Schulz attackiert Siemens
Airline haftet: Sturz auf Fluggastbrücke
Nasse Stelle mit großer Wirkung: Stürzt ein Passagier deshalb auf einer Fluggastbrücke, kann er auf Schmerzensgeld hoffen.
Airline haftet: Sturz auf Fluggastbrücke

Kommentare