Immer mehr arbeiten zum Niedriglohn

Berlin - Immer mehr Menschen arbeiten für einen Niedrieglohn. Die Tendenz ist steigend und besonders eine Beschäftigtengruppe ist davon betroffen.

In Deutschland arbeitet ein Fünftel der Beschäftigten (20,6 Prozent) für Niedriglöhne. Die Niedriglohngrenze lag 2010 bei 10,36 Euro brutto in der Stunde. „Niedriglohn heute bedeutet niedrige Rente morgen“, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, am Montag bei der Bekanntgabe einer neuen Erhebung in Berlin. 2006 habe die Zahl der Niedriglohnbeschäftigten noch bei 18,7 Prozent gelegen. Der Anstieg spiegele einen langfristigen Trend wider.

Niedriglöhne werden vor allem im Taxigewerbe, in Friseur- und Kosmetiksalons, im Reinigungsgewerbe sowie in der Gastronomie gezahlt.

Egeler wies darauf hin, dass die Lohnspreizung zwischen den untersten und höchsten Einkommen weiter zugenommen hat. Mit dem Zuwachs der Niedriglohnempfänger sei auch ein Anstieg der atypischen Beschäftigung - etwa in Form von Minijobs oder Zeitarbeit - einher gegangen.

In der vom Statistischen Bundesamt ermittelten Niedriglohngrenze von 10,36 Euro sind die Einkommen der Arbeitnehmer von Betrieben mit weniger als zehn Beschäftigten nicht enthalten. Diese machen etwa ein Fünftel aller abhängig Beschäftigten aus.

Fast jeder zweite atypisch Beschäftigte erhielt einen Verdienst unter der Niedriglohngrenze. Zur atypischen Beschäftigung zählen Teilzeitbeschäftigung bis zu 20 Wochenarbeitsstunden, befristete Beschäftigung, Zeitarbeit und Mini-Jobs.

Bei nicht tarifgebundenen Arbeitgebern erhielt mit 31 Prozent fast ein Drittel der Beschäftigten einen Niedriglohn. Bei tarifgebundenen Arbeitgebern waren es mit 11,9 Prozent hingegen deutlich weniger.

dapd/dpa

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