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Die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 8,65 Prozent auf 130.698 gestiegen. Vor allem jüngere Menschen sind zunehmend von der Pleitewelle betroffen.

Immer mehr Privatinsolvenzen

Hamburg - Die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 8,65 Prozent auf 130.698 gestiegen. Vor allem jüngere Menschen sind zunehmend von der Pleitewelle betroffen.

Das stellte die Hamburger Wirtschaftsauskunftei Bürgel in der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung “Schuldenbarometer 2009“ fest. Für 2010 rechnet Bürgel mit einem weiteren Anstieg bei den Verbraucherinsolvenzen auf mehr als 137.000 Fälle. Als einen Grund für die steigende Zahl der Privatpleiten nannte Bürgel Firmenzusammenbrüche als Folge der Wirtschaftskrise. Privatpleiten treffen laut Studie insbesondere jüngere Gruppen, weil deren Investitionen in Wohnungs- und Familiengründungen ein vergleichsweise geringes Einkommen gegenüber steht. Zudem verfügen jüngere Konsumenten meist über weniger Vermögen, das über finanzielle Engpässe hinweghelfen könnte.

Laut Bürgel stieg bei den 18- bis 25-Jährigen die Zahl der Privatinsolvenzen um rund 35 Prozent gegenüber rund 9 Prozent Zuwachs über alle Altersgruppen. Zu klassischen Ursachen für Verschuldung (Arbeitslosigkeit, Trennung oder Tod des Partners, Erkrankungen oder Scheitern der Selbstständigkeit) gesellen sich, vor allem bei jüngeren Bürgern, gescheiterte Immobilienfinanzierungen und ein nicht zur Einkommenssituation passendes Konsumverhalten. Zudem führen die steigenden Zahlen an Firmeninsolvenzen zu einem wachsenden Risiko, arbeitslos zu werden. “Vor diesem Hintergrund sind die Aussichten für 2010 weiter negativ“, prognostiziert Bürgel-Geschäftsführer Norbert Sellin. Im aktuellen Jahr seien mehr als 137.000 Privatinsolvenzen möglich. Träte dieser Fall ein, würden die Fallzahlen die Situation von 2007 noch überflügeln. Diesen Trend unterstreicht auch eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Demnach galten bereits 2008 rund 11,5 Millionen Menschen - vor allem junge Erwachsene - als armutsgefährdet.

In Relation zur Einwohnerzahl pro Bundesland führt Bremen mit 284 Pleiten pro 100.000 Einwohnern die Liste der Privatinsolvenzen, gefolgt von Niedersachsen (222) und Schleswig-Holstein (219). Im Bundesdurchschnitt nahmen 159 Privatpersonen pro 100.000 Einwohner das Insolvenzgericht in Anspruch. Die wenigsten Privatinsolvenzen melden 2009 Thüringen mit 112 Fällen je 100.000 Einwohner, Bayern (119) und Baden-Württemberg (129).

dapd

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