Abgas-Skandal

Immer wieder Diesel-Ärger: Bundesamt ruft offenbar 60.000 Porsche zurück

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Vielen Porsche-Fahrern steht offenbar massiver Diesel-Ärger ins Haus: Einem Bericht zufolge lässt das Kraftfahrtbundesamt 60.000 Autos des Herstellers zurückrufen.

München - VW, BMW, Audi, Porsche - die deutschen Autobauer stehen seit Monaten im Diesel-Skandal im Fokus. Porsche-Kunden trifft es nun offenbar besonders hart: Laut einem Bericht von Bayerischem Rundfunk und Spiegel hat das Kraftfahrtbundesamt einen Rückruf von 60.000 Diesel-Autos der Marke in die Wege geleitet. Das Amt habe entsprechende Informationen bestätigt, schreiben die beiden Medien.

Betroffen sind angeblich knapp 53.000 Cayenne 4,2l V8DTI und fast 6.800 Macan 3,0l V6TDI. Man habe „im Zuge von Messungen Abschalteinrichtungen festgestellt, die unzulässig sind. Aus diesem Grunde wurde per Bescheid am 14.05. bzw. 16.05. ein verpflichtender Rückruf eingeleitet“, teilte das Kraftfahrtbundesamt Spiegel und BR mit. Beim Betrieb der Autos könne es zu erhöhtem Stickoxid-Ausstoß kommen. 

Angeblich fünf illegale Abschalteinrichtungen

Konkret müsse Porsche nun unzulässige Abschalteinrichtungen nach den Maßgaben des Amtes entfernen, hieß es weiter. Allein beim Macan hätten die KBA-Prüfer fünf illegale Abschalteinrichtungen gefunden, die dafür sorgten, dass die Abgasreinigung nur im Labor voll funktioniere.

Vergangenen Sommer hatte das KBA bereits einen Zwangsrückruf für rund 21 500 Cayenne-V6-Diesel verhängt und vorübergehend auch ein Zulassungsverbot ausgesprochen. Die Diesel-Motoren in den Fahrzeugen stammen von Audi. Porsche selbst produziert keine.

Razzia im April

Im Zusammenhang mit dem Dieselskandal hatten Staatsanwaltschaft und Polizei im April die Zentralen der VW-Töchter Porsche und Audi durchsucht. 33 Staatsanwälte und 160 Polizisten durchsuchten insgesamt zehn Objekte von Porsche in Baden-Württemberg und Bayern. 

Mittlerweile sind Ermittler schon bei fast allen Größen der Autoindustrie in Deutschland vorstellig geworden: Durchsuchungen gab es auch bei BMW und Daimler. Den Herstellern wird vorgeworfen, illegale Abschalteinrichtungen der Abgasreinigungsanlage in Dieselautos eingebaut und falsche Werbung gemacht zu haben.

Lesen Sie auch: Diesel-Skandal: BMW-Spitze rechtfertigt sich, klagt über Politik - und teilt gegen VW aus

fn (mit AFP/dpa)

Rubriklistenbild: © dpa / Daniel Maurer

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