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Experte warnt: Immobilien-Preise haben ihren Zenit überschritten - zumindest vorerst

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Von: Matthias Schneider, Thomas Schmidtutz

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Starnberger See: Die Preise für Immobilien in der Region am Rande der bayerischen Alpen sind fast so hoch wie in München.
Starnberger See: Die Preise für Immobilien in der Region am Rande der bayerischen Alpen sind fast so hoch wie in München. © Fotostand / Fritsch / Imago

Steigende Bauzinsen, hohe Materialkosten: Das rasante Wachstum der Immobilienpreise in und um München dürfte sich abschwächen. Teuerer ist es dennoch geworden.

München - Die Immobilienpreise in München und den umliegenden Landkreisen sind seit Herbst vergangenen Jahres erneut gestiegen: „Der Preisanstieg liegt zwischen 2,3 Prozent im Landkreis Erding und 8,6 Prozent im Landkreis Freising“, erklärt Stephan Kippes, Leiter des IVD-Instituts für Immobilienmarktforschung. Damit sei der Landkreis Fürstenfeldbruck der einzige, in dem ein Einfamilienhaus mit durchschnittlich 970.000 Euro unter einer Million Euro kostet. Noch extremer sind die Sprünge in den Kreisstädten: In der – mit Abstand – teuersten Kreisstadt Starnberg sind es glatte zwei Millionen und „in der Stadt München unbezahlbare 2,2 Millionen“, so Stephan Kippes.

Die Pandemie habe dabei die Nachfrage verändert. Weil immer mehr Menschen im Homeoffice arbeiten, wollen sie mehr Platz. „Neben Objekten mit eigenem Balkon, Terrasse oder Gartenanteil sind auch solche gefragt, die ausreichend räumliche Kapazitäten für die Arbeit im Homeoffice bieten“, erklärt der Immobilienfachmann.

Immobilien: Solaranlagen und Ladestationen für E-Autos gefragt

Angesichts der steigenden Energiepreise würde auch die Dämmung von Gebäuden wichtiger. Aber auch Solaranlagen und elektrische Ladeinfrastruktur an den Stellplätzen seien gefragt und würden auch bezahlt werden. Wegen der steigenden Bauzinsen schauen viele Menschen genauer hin. „Vor allem bei problembehafteten Immobilien kann es in den nächsten Monaten Preiskorrekturen geben“, sagt Kippes.

Gemeint sind Objekte, die an einer vielbefahrenen Straße liegen oder schlecht geschnitten sind. „Wir haben bisher zwei, drei Objekte, für die wir gar keine Anfragen bekommen. Da müssen dem Eigentümer dann auch sagen: Geh mit dem Preis lieber 100 000 Euro runter“, erklärt Martin Windisch, Makler im Kreis Fürstenfeldbruck.

S-Bahn-Netz München: Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen/Bestand im S-Bahn-Bereich Frühjahr 2022.
S-Bahn-Netz im Großraum München: Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen/Bestand im S-Bahn-Bereich Frühjahr 2022. © IVD

Immobilien: Viele Eigentümer wollen hohes Preisniveau noch nutzen und Kasse machen

Sein Fazit: Die Kaufpreise haben ihren Zenit vorerst überschritten. Denn durch die gestiegenen Bauzinsen können sich immer weniger Menschen ein Eigenheim leisten. Gleichzeitig sind die Materialkosten für viele Baumaterialien binnen Halbjahresfrist im zweistelligen Prozentbereich gestiegen. Geld, dass bei vielen Projekten nicht mehr für den Baugrund zur Verfügung steht. Wegen des sich drehenden Umfeldes wollen gerade mehr Eigentümer verkaufen, um die noch hohen Preise mitzunehmen. Das gehe insgesamt zulasten der Marktpreise.

Bei den Mieten ist der Anstieg traditionell moderater. Sie bewegen sich pro Quadratmeter zwischen 13,10 Euro in Ebersberg und 14,50 Euro in Dachau. Weit außerhalb dieses Feldes liegt die Kreisstadt Starnberg mit 17,90 Euro. Teurer ist es nur in der Stadt München mit 18,30 Euro. Am meisten angezogen haben die Preise mit 2,3 Prozent in der relativ günstigen Kreisstadt Ebersberg. Im dazugehörigen Landkreis und dem benachbarten Erding gibt es den größten Anteil an Wohnungen mit niedrigen Quadratmeterpreisen im Münchner Umland.

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