Immobilienfonds geschlossen: Experten warnen vor Panik

- Frankfurt - Nach der weiteren Schließung eines offenen Immobilienfonds haben Analysten vor Panikmache gewarnt. "Die Anleger sollten Ruhe bewahren. Es herrscht große Nervosität an den Märkten, aber wer hektisch verkauft, schadet sich eher selbst", sagte der Geschäftsführer von Feri Rating & Research, Helmut Knepel.

Die in Frankfurt ansässige Fondsgesellschaft KanAm hatte ihren offenen "US-Grundinvest Fonds" für die Dauer von drei Monaten geschlossen. Anlass waren Gerüchte über Schwierigkeiten eines amerikanischen Eigentümers und Betreibers von Einkaufszentren, der einige Objekte des Fonds verwaltet. Anleger verkauften daraufhin im großen Stil ihre Anteile, sodass die Liquidität des Fonds eine kritische Grenze erreichte. Ohne die Schließung wäre die gesetzliche Mindestliquidität des Fonds unterschritten worden, teilte KanAm mit.

"Einen substanziellen ökonomischen Grund gibt es dafür nicht", meinte Knepel. Er erklärt die Reaktion der Anleger mit der ersten Schließung eines offenen Immobilienfonds durch die Deutsche Bank im Dezember, die zwar völlig andere Ursachen hatte, aber die Investoren stark verunsichert habe. Der betroffene, 2003 aufgelegte KanAm-Fonds sei im Gegensatz zu einem "großen Bruder", dem "Grundinvest Fonds", relativ klein und habe daher bei hohen Mittelabflüssen schnell Liquiditätsprobleme bekommen.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hatte der Rating-Agentur Scope vorgeworfen, mit negativen Äußerungen und einer Verkaufsempfehlung für den KanAm-Fonds Panikmache betrieben zu haben. Ein Sprecher von Scope wies die Anschuldigungen zurück und forderte die Finanzaufsicht zu Reformen bei der Kontrolle der offenen Immobilienfonds auf.

Der Bundesverband für Investment und Asset Management (BVI) teilte mit, dass der durchschnittliche Wertzuwachs von offenen Immobilienfonds in Deutschland 2005 bei 3,4 Prozent gelegen habe. Es gebe weiterhin gute Wachstumsaussichten für diese Anlageform.

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