Immobilienfonds: Münchner Falk Capital droht Insolvenz

- München - Dem Münchner Anbieter von geschlossenen Immobilienfonds Falk Capital droht die Insolvenz. Die schlechte Lage auf dem deutschen Immobilienmarkt und eine rückwirkende Steueränderung, die das Neugeschäft schwer belastet, sind nach Angaben des Unternehmens Auslöser der existenzbedrohenden Krise. Den Anlegern wurde nun ein Sanierungskonzept vorgeschlagen.

Falk Capital hat Anlegern von Immobilienfonds Mietgarantien gegeben. Werden die Objekte in geringerem Umfang oder zu geringeren Preisen vermietet als geplant, steht Falk Capital für den fehlenden Betrag ein und muss diesen an die Anleger zahlen. Dies war zuletzt wegen der schlechten Lage auf dem Immobilienmarkt verstärkt der Fall. Wenn Mieter Pleite gingen, habe man - wenn überhaupt - nur zu niedrigeren Preisen Nachmieter finden können, hieß es. Heuer musste Falk Capital deshalb nach Berichten der Tageszeitung "Die Welt" 14 Millionen Euro an die Anleger zahlen. Das Unternehmen spricht von Zahlungen "in erheblicher Höhe".<BR><BR>Hinzu kommt eine Änderung des Steuerrechts, die rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres gilt. Sie betrifft die Absetzbarkeit von Erbpacht-Vorauszahlungen. Auf dieses Steuersparmodell ist der Fonds 80 von Falk ausgerichtet. Er sei zuvor etwa zur Hälfte platziert worden, nun aber praktisch nicht mehr verkäuflich.<BR><BR>Zur Rettung will die Falk Capital eine neue Gesellschaft gründen. Diese soll Bayerische Fondskonzepte AG heißen und - ohne Belastung durch Bürgschaften und Verbindlichkeiten der Falk Capital - den Geschäftsbetrieb weiterführen, also Neugeschäft generieren. Allerdings müssten dazu zwei Gruppen der Falk-Anleger ihre Zustimmung geben.<BR><BR>Die eine Gruppe sind Investoren der Falk Fonds 71, 72, 74 und 75. Diese sollen sich dem Konzept nach bereit erklären, Zahlungen aufgrund der Mietgarantien von Falk später zu erhalten. Die andere Gruppe sind Anleger des Falk Zinsfonds. Dieser habe bislang zur Vorfinanzierung von Immobilienkäufen gedient. Künftig soll er den neu zu gründenden Bayerischen Fondskonzepte AG Genusskapital gewähren. Dazu müssten die Zinsfonds-Anleger aber mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit bis zum 12. Januar zustimmen. Tun sie dies nicht, wäre die Zerschlagung von Falk Capital nach Angaben des Unternehmens die Folge. Die Zinsfonds-Anleger verlören dann 85 Prozent ihrer Beteiligung. Falk Capital hat bisher 80 Fonds mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 3,2 Milliarden Euro bei gut 29 000 Investoren platziert.<BR>

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