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Immobilien in München.

IVD-Bericht

Immobilienmarkt gerät aus den Fugen

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Der Immobilienmarkt im Münchner Umland nimmt skurrile Züge an: Statt zu vermieten, spekulieren Privatpersonen zunehmend mit Häusern und Grundstücken. Und sollte eine Kreditricht- linie den Preisauftrieb stoppen, wären ältere Menschen die Verlierer.

München – Die Preise für Häuser, Eigentumswohnungen und die Mietpreise sind im Großraum München kräftig gestiegen. Das belegen Daten, die der Maklerverband IVD Süd gestern in München veröffentlicht hat. Eine Trendwende könne trotz gestiegener Baufertigstellungen nicht verzeichnet werden, sagte IVD-Forschungsleiter Stephan Kippes bei der Vorstellung des Marktberichtes. Demnach wiesen alle untersuchten Kreisstädte des Münchner Umlandes im Frühjahr 2016 gegenüber Herbst 2015 steigende Kaufpreise für Wohnimmobilien auf.

Dachau hatte mit einem Plus von 6,6 Prozent den stärksten Anstieg des Kaufpreisniveaus bei freistehenden Einfamilienhäusern zu verkraften. Gefolgt von Freising mit Plus 5,6 Prozent. In der Landeshauptstadt München gingen die Kaufpreise innerhalb eines halben Jahres um 5,7 Prozent nach oben.

Das Ausmaß des Preisauftriebs wird klar, sobald man den Zeitraum seit 2010 betrachtet: Im Schnitt legten die Preise für Eigentumswohnungen in den Kreisstädten innerhalb der vergangenen sechs Jahre um 49 Prozent zu. Das Mietniveau kletterte im selben Zeitraum um 26 Prozent. Noch heftiger hat es München erwischt: Eigentumswohnungen wurden seit 2010 um 74 Prozent teurer, Mieten stiegen um 20 Prozent.

Kommt bald eine Dämpfung der Preise?

Inzwischen ist aber nicht mehr ausgeschlossen, dass der Preisanstieg unerwartet gestoppt wird. Grund ist die im März in Kraft getretene Immobilienkreditrichtlinie.

Die Makler beobachten im Münchner Umland eine Zunahme von Fällen, in denen Haus- oder Wohnungsbesitzer von der Bank keinen Kredit mehr für eine Sanierung bekommen. In der Folge seien sie gezwungen, einen Verkauf ihres Hauses oder ihrer Eigentumswohnung in Erwägung zu ziehen. „Da kommt etwas ins Rollen, was zu einer Dämpfung der Preise führen könnte“, sagte Immobilienmakler Thomas Blasig aus Starnberg.

Die individuellen Folgen sind aber fatal: Meist träfe es ältere Immobilienbesitzer, sagte Blasig. Das neue Gesetz sorge dafür, dass Ältere wegen der neuen Richtlinie keinen Kredit mehr von der Bank bekämen. Und kein Kredit bedeutet: Die altersgerechte Sanierung bleibt unmöglich. Als einzige Alternative bleibe den Senioren oft nur noch ein Verkauf der Immobilie, um vom erlösten Kapital in eine altersgerechte, aber kleinere Wohnung zu ziehen.

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Auch in anderen Teilbereichen ist der Immobilienmarkt im Münchner Umland aus den Fugen geraten: Ausgerechnet in Dachau, der Kreisstadt mit dem stärksten Preisanstieg bei Häusern, beobachtet Maklerin Christine Goßner, dass trotz hoher Mietpreise Wohnungen leer stehen. Gemessen am Gesamtmarkt sei der Anteil zwar gering, „das Phänomen nimmt aber zu“, sagte sie.

Maklerin: Spekulanten vermieten nicht

Käufer der Häuser oder Eigentumswohnungen seien meist Privatpersonen. Sie kauften Immobilien zu Spekulationszwecken, weil die Zinsen niedrig und alternative Anlagen unrentabel seien. Allerdings vermieteten die Spekulanten nicht, dazu sei ihnen der Verwaltungsaufwand zu hoch. Stattdessen bliebe der Wohnraum leer und stünde dem Wohnungsmarkt nicht zur Verfügung. Die Besitzer wollen teuer weiterverkaufen.

Makler Ralf Heidmann aus dem Landkreis München berichtet von ähnlichen Fällen. Oft seien es auch Baugrundstücke, die zu Spekulationszwecken gekauft würden. Die Flächen lägen dann brach, anstatt dass gebaut würde. Dabei sei gerade jetzt neuer Wohnraum dringend nötig.

seh

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