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Wo Wohnen schön und teuer ist: Die Immobilienpreise liegen in vielen Regionen Oberbayerns auf Spitzenniveau.

Immobilienmarkt: Oberbayern zahlen am meisten

München - Die Immobilienpreise ziehen im bayernweiten Durchschnitt kräftig an. Das geht aus dem aktuellen Marktbericht der Sparkassengruppe hervor. Die Preise in den einzelnen Regionen können von diesen Werten allerdings ganz erheblich abweichen.

Die eigene Immobilie als wertstabile, inflationssichere Anlage und Altersvorsorge steht angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise bei vielen Menschen „ganz oben auf der Wunschliste“, da ist sich Paul Fraunholz, Geschäftsführer der Sparkassen-Immobilien-Vermittlungs-GmbH, sicher. Doch während Schwaben, Franken, Pfälzer und Niederbayern in der Regel nicht mehr als 400 000 Euro für ein gebrauchtes, freistehendes Einfamilienhaus in einer mittleren bis bevorzugten Lage zahlen, müssen die Oberbayern für ein vergleichbares Objekt meist deutlich mehr auf den Tisch legen.

In den Landkreisen Starnberg, Miesbach und im Stadtgebiet von München sind das nach Angaben der Sparkassengruppe im Schnitt mindestens 600 000 Euro, dicht gefolgt von Garmisch-Partenkirchen, Dachau, Ebersberg und München Land, wo Interessenten zwischen 500 000 und 600 000 Euro für ein solches Haus bezahlen müssen. In den Landkreisen Landsberg am Lech, Fürstenfeldbruck, Bad Tölz-Wolfratshausen und Rosenheim kostet eine entsprechende Immobilie 400 000 bis 500 000 Euro. Zum Vergleich: In den oberfränkischen Landkreisen Wunsiedel und Hof müssen Käufer meist weniger als 200 000 Euro berappen.

Dort reicht Fraunholz zufolge auch die Hälfte eines durchschnittlichen Einkommens für den Erwerb eines Einfamilienhauses aus. Der Experte beruft sich dabei auf Angaben des Forschungsinstituts Empirica, das in einer aktuellen Studie zur Bezahlbarkeit von Wohneigentum die Einkommensdaten der einzelnen Landkreise mit den Preisen für Einfamilienhäuser verglichen hat. „Das Ergebnis ist erfreulich“, findet der Experte, „denn demnach können sich bundesweit über 90 Prozent der Haushalte mit durchschnittlichem Einkommen ihren Immobilienwunsch erfüllen.“ In vielen ostdeutschen Regionen genüge bereits ein Drittel des durchschnittlichen Einkommens.

Kein Vergleich zum Süden Bayerns: „Über mindestens die Hälfte mehr als ein Durchschnittsbürger muss verdienen, wer in Bad Tölz-Wolfratshausen kaufen will“, weiß Fraunholz. „Und wer sich in Garmisch-Partenkirchen oder München niederlassen will, muss 77 Prozent mehr oder fast das Doppelte des Durchschnittsverdieners nach Hause bringen, um ein freistehendes Einfamilienhaus bezahlen zu können.“ Der Durchschnittsverdiener weiche in diesen hochpreisigen Regionen daher eher auf Doppelhaushälften, Reihenhäuser oder Eigentumswohnungen aus.

Kein Wunder: Entgegen dem bayernweiten Trend, wonach sich die Immobilienpreise für gebrauchte und neue Häuser sowie gebrauchte Wohnungen aufgrund der großen Nachfrage deutlich im Aufwind befinden, ist der Durchschnittspreis für neu gebaute Eigentumswohnungen nach Angaben von Fraunholz im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf durchschnittlich 194 000 Euro gesunken. Hier mache sich die verstärkte Nachfrage von Kapitalanlegern nach kleineren, gut vermietbaren und leichter finanzierbaren Neubauwohnungen bemerkbar.

Silke Scheder

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