1. Startseite
  2. Wirtschaft

Immobilienpreise schießen weiter in die Höhe: Landkreise um München besonders betroffen

Erstellt:

Von: Kathrin Braun

Kommentare

Ein Baugerüst steht an einem Rohbau für Neubau-Wohnungen in Schöneberg.
Die Immobilienpreise steigen auch in 2022 weiter deutlich an. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Auch im zweiten Corona-Jahr sind die Immobilienpreise in die Höhe geschossen. Neun der teuersten zehn Landkreise liegen im Münchner Umland.

München - München* ist nach wie vor die teuerste Stadt Deutschlands – aber auch im Umland klettern die Immobilienpreise auf Rekordwerte: Im Münchner Speckgürtel sind Eigentumswohnungen* mittlerweile so teuer wie nie zuvor. Das ist das Ergebnis des neuen „Postbank Wohnatlas 2022“. Unter den Top 10 der teuersten Landkreise Deutschlands liegen neun in Oberbayern – allein in Nordfriesland an der Nordsee sind die Quadratmeterpreise noch etwas höher.

Das zweite Corona-Jahr hat die Preise für Eigentumswohnungen in ganz Deutschland in die Höhe getrieben: 2021 sind sie im Schnitt um 14,2 Prozent gestiegen. Im Jahr davor lag der Anstieg noch bei 9,6 Prozent. Grund waren anhaltend niedrige Zinsen und eine ungebremste Nachfrage. „Die neuen Rekorde auf dem Immobilienmarkt werden von der Angst vor einer Zinserhöhung sowie steigender Inflation begünstigt“, sagt Eva Grunwald von der Postbank. Viele Menschen hätten deshalb in Immobilien investiert – zumal die Pandemie den Wunsch nach einem Eigenheim verstärkt habe.

Mietmarkt im Raum München: Umland-Preise steigen stärker als in Städten

Von den zehn teuersten Landkreisen Deutschlands sind die Preise für Eigentumswohnungen im Bestand in Miesbach* am meisten gestiegen: Im Jahr 2021 hat man hier pro Quadratmeter 7973 Euro gezahlt. Das ist ein Anstieg von 14,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nicht mal in der Landeshauptstadt haben die Preise so stark angezogen: Mit etwa 9730 Euro pro Quadratmeter sind die Wohnungen in München knapp 9,8 Prozent teurer als 2020. Auch in den Landkreisen Ebersberg (14,2 Prozent), Freising* (12,1 Prozent) und in Garmisch-Partenkirchen* (10,9 Prozent) haben die Preise deutlich stärker zugelegt als in München. Lediglich in Starnberg (6,2 Prozent) hat sich der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr etwas abgeschwächt.

Laut den Postbank-Experten schrumpfe der Preisabstand zwischen Metropolen und ihren Umlandkreisen immer weiter: In Berlin etwa lag 2021 das Plus für Eigentumswohnungen bei 8,1 Prozent – im Landkreis Oder-Spree hingegen bei 45,2 Prozent. Potsdam sei mittlerweile fast so teuer wie Berlin, trotzdem legten die Preise um 27,3 Prozent zu. Interessierte müssten da „genau hinsehen“, sagt Grunwald.

Immobilienpreise: Teuerste Städte Deutschlands - hoher Anstieg auch in bisher günstigen Großstädte

Wegen der hohen Preise in den wichtigsten Metropol-Regionen rücken laut Wohnatlas nun andere Großstädte mehr in den Fokus. Zu den teuersten Städten Deutschlands gehören mittlerweile auch Potsdam, Freiburg im Breisgau und Heidelberg – alle drei haben die 5000-Euro-Marke mit ihren Quadratmeterpreisen überschritten. Generell sind Eigentumswohnungen in Großstädten im Jahr 2021 um zwölf Prozent teurer als 2020.

Vor allem in den Großstädten in Ost- und Mitteldeutschland haben die Immobilienpreise deutlich zugelegt: In Erfurt etwa um 29,5 Prozent und in Chemnitz um fast 22 Prozent. Aber: Im Vergleich zu anderen deutschen Städten sind Eigentumswohnungen hier immer noch günstig. In Chemnitz zum Beispiel zahlen Käufer mit 1671 Euro pro Quadratmeter nur rund ein Sechstel des Münchner Niveaus. In Magdeburg sind Wohnungen für 1984 Euro pro Quadratmeter zu haben.

Video: Mieten oder Kaufen? Die ewige Frage

Immobilienpreise steigen weiter: Experten raten zu mittelgroßen Städten

Für Interessierte lohne sich ein Blick in Städte mit 20.000 bis 100.000 Einwohnern: „Zentren mit kurzen Wegen, schmucke Innenstädte, gute Infrastruktur sowie Nähe zum grünen Umland locken Immobiliensuchende“, sagt Grunwald.

Allerdings sei das Angebot in solchen Städten auch häufig geringer – weshalb auch hier die Preise deutlich gestiegen sind. In Bayern gab es in Hof, Amberg, Kempten und Passau besonders hohe Anstiege. Die Hochschulstadt Hof sei demnach mit 1884 Euro pro Quadratmeter noch „erschwinglich“ – in Kempten in Allgäu müssen Käufer allerdings schon 4000 Euro zahlen. (Kathrin Braun) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare