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In München und in weiten Teilen Südbayerns ist von einer Immobilienkrise nichts zu spüren. Im Gegenteil: Viel Geld wird von Aktien in Immobilien umgeschichtet, was die Preise treibt.

Maklerverband IVD

Immobilienpreise in München steigen

München – Die weltweite Immobilienkrise findet in München nicht statt. Im Gegenteil: die Preise für Häuser gingen innerhalb eines Jahres zwischen 2,2 Prozent und 5,2 Prozent in die Höhe.

Einfamilienhäuser kosten nach Zahlen des Maklerverbandes IVD rund 25 000 Euro mehr und werden jetzt im Durchschnitt für 750 000 Euro verkauft. Doppelhaushälften liegen mit 610 000 Euro um 30 000 Euro höher und Reihenmittelhäuser nähern sich mit Preisen von 465 000 Euro der halben Million (plus 10 000 Euro). Eigentumswohnungen werden um drei Prozent höher zu Quadratmeterpreisen von 2750 Euro bei gutem Wohnwert gehandelt.

Der IVD-Marktforscher Stephan Kippes erwartet, dass die Preise weiter zulegen. Nach Münchner Wohnimmobilien bestehe nach wie vor eine „unglaubliche Nachfrage“, so Makler Christoph Müller-Brandt. Kippes sieht einen ungebrochenen Trend älterer Menschen zurück in die Stadt, der durch die Umschichtung von Vermögen aus Aktien , Anleihen und Festgeldern in Immobilie verstärkt wird. Die Käufer würden auf den fahrenden Zug aufspringen, weil sie glauben, dass der Zug immer weiter fahre.

Die Käufer setzen auf die „Münchner Werthaltigkeit“ und die Preisspirale nach oben, die langfristig nie unterbrochen worden sei. Zum wichtigsten Faktor für die Werthaltigkeit sei neben Ausstattung und Schnitt der Immobilie der U-Bahn-Anschluss geworden. An den S-Bahn-Ästen hielten sich die Preise, einige Kilometer vom nächsten S-Bahnhof entfernt bröckelten sie ab. Bayernweit sind Häuser und Wohnungen innerhalb eines Jahres laut Marktbericht billiger geworden. Der Umsatz mit Immobilien sank 2008 sogar um gut elf Prozent auf 29 Milliarden Euro. Der IVD begründete dies vor allem damit, dass die Zahl der Großtransaktionen und Paketverkäufe zurückgegangen sei.

Von Arnulf Röhrich

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