Immobilienverkäufer rotieren vor Jahresende

- München - Das Rennen um die Eigenheimzulage geht in die letzte Runde. Die Immobilienverkäufer rotieren, um schnell Entschlossenen den Weg zur am 31. Dezember auslaufenden Eigenheimzulage frei zu machen. "Wer den Entschluss zum Kauf gefasst hat, unterschreibt jetzt und geht vor Weihnachten zum Notar. Die Notare haben noch Termine", versichert Martin Schwab von der Landesnotarkammer. Es gebe viele Anfragen, die Beurkundungen gingen aber nicht über das Jahresendgeschäft der Vorjahre hinaus.

Die Erwartungen der Bauträger in das letzte Eigenheimzulage-Rennen wurden enttäuscht. "Wir haben nicht das verkauft, was wir erwartet haben", sagt etwa Hans-Dieter Maier von Xaver Riebel. Verbandsvorsitzender und Eigentümer der JK Wohnungsbaugesellschaft, Josef Kastenberger, sieht den Markt differenziert. Bei Eigentumswohnungen mit Preisen zwischen 2500 und 3000 Euro pro Quadratmeter sei eine merkliche Belebung festzustellen, weil dieser Käuferkreis die Eigenheimzulage nutzen könne. Der künftige Verkaufsleiter der Baywo-Bau, Peter Sarta, ergänzt, dass in München nur wenige Eigennutzer wegen der Einkommensgrenzen von der Eigenheimzulage profitieren können. Maximal 22 800 Euro Zuschuss sind in München bei einem Kaufpreis ab 200 000 bis 300 000 Euro für eine Wohnung nicht mehr als ein Bonbon obendrauf.

Dafür hat der angekündigte Wegfall der degressiven Abschreibung bei Kapitalanlegern die Entscheidung zum Kauf schneller reifen lassen. Es habe sich sehr stark bemerkbar gemacht, dass Wohnbauten ab nächstem Jahr nur noch mit zwei statt vorher mit vier Prozent jährlich abgeschrieben werden könnten, sagt Kastenberger. Diese Investoren hätten sich schnell entschieden, meint auch Sarta, sie hätten zudem weniger Schwierigkeiten, rasch einen Kredit ihrer Bank zu bekommen.

Die Bauträger gehen optimistisch in das Jahr 2006. "Es wird kein Boom ausbrechen, aber eine deutliche Belebung eintreten", sagt Kastenberger voraus. Die Käufer wollten mit einem raschen Kauf den Zinssteigerungen zuvorkommen. Die Immobilie müsse dann für Werterhaltung und Rendite ohne staatliche Förderung für sich selber stehen, meint Sarta. Eine Immobilie, die gut ist, werde auch im nächsten Jahr gekauft.

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